Auf ein Wort!

Oh nein, jetzt treibt sich dieser Spacko auch noch im Netz rum!!! Tut dat Not?!? Aber hallo! Hier gibt es Interviews, Reviews und mehr. Allem gemeinsam: Der ganze Krempel ist komplett von mir! Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muß jeder für sich selbst entscheiden... Was wollt Ihr sonst noch hier sehen? Ideen habe ich reichlich, möchte aber zuerst wissen, was Euch interessiert. Teilt es mir mit, z.B. als Kommentar. Spezielle Fragen zu mir und meiner Arbeit, Lob und Kritik aller Art ("Wie besoffen muß man sein, um so einen Mist zu verzapfen?") - egal was. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt... Haut rein, Ihr Eierbären! Michael P.S. Das Copyright aller Texte auf dieser Seite liegt ausschließlich bei Michael Schübeler.

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LAURENCE JONES – Take Me High (EMPIRE-Version)

(Ruf Records) 10 Tracks, 43:47 min. VÖ: 22.7.16 Ein Kritiker schrieb, die Songs auf diesem Album seien wie die Kapitel eines Buches. Ein schönes Bild. Doch nicht nur das, Laurence Jones malt es mit der ganzen Palette an Saiten und Stimmbändern, die ihm zu Gebote stehen, aus. Wenn es darum geht, ob knallige oder dezente [...]

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Aktuelle Interviews

LAURENCE JONES – Take Me High (EMPIRE-Version)

22. August 2016

(Ruf Records)

10 Tracks, 43:47 min.

VÖ: 22.7.16

Ein Kritiker schrieb, die Songs auf diesem Album seien wie die Kapitel eines Buches. Ein schönes Bild. Doch nicht nur das, Laurence Jones malt es mit der ganzen Palette an Saiten und Stimmbändern, die ihm zu Gebote stehen, aus. Wenn es darum geht, ob knallige oder dezente Farben verwendet werden sollen, beweist der junge Brite überdies ein bemerkenswertes Gespür für Kontraste und die unzähligen Schattierungen, die möglich sind. Damit führt er vor, wie variabel Blues klingen kann. Was mich besonders beeindruckt: Für jedes Lied hat sich Jones ein Hauptriff ausgedacht, das so stark ist, daß man es gerne immer wieder hört. Selbst bei Mississippi Delta Blues oder der schweren Variante („Addicted To Your Love“), die zu den Grundlagen eines jeden Musikers gehören, der sich diesem Stil verschreibt, ist eine ganz eigene Note zu bemerken. Der zweite Song, „Something´s Changed“, verblüfft mal eben mit einem ganz natürlich klingenden Reggae-Groove. Und wenn das Solo einsetzt, wähnt man sich im siebten Himmel. Muß man hören!

Etwas ganz Besonderes ist auch „I Will“: Leichtfüßiger und von Produzenten-Legende Mike Vernon entsprechend luftig in Szene gesetzt, steht Jones´ deutlich gereifter Gesang stärker im Mittelpunkt. Dazu perlt seine Gitarre, daß einem die Schauer nur so den Rücken rauf- und runterlaufen.

„Higher Ground“ von Stevie Wonder hat Laurence mit Bedacht am Ende dieser hervorragenden Scheibe platziert. Das zeugt von exquisitem Geschmack, und die Ausführung (mit Gastsänger Reuben Richards) macht dem Original alle Ehre, ohne den ausgeprägten eigenen Stil außen vor zu lassen.

Auch dank der exzellenten Mitmusiker Roger Inniss (Baß), Phil Wilson (Drums) und Bob Fridzema (Keyboard/Hammond) ist dieses vierte Album „Take Me High“ die Reifeprüfung. Und die hat Laurence Jones mit Bravour bestanden! Mit dieser Leistung braucht sich niemand zu wundern, wenn der Meister in diesem Jahr zum dritten Mal hintereinander den British Blues Award in der Kategorie Nachwuchskünstler gewinnt. Obwohl, „Nachwuchs“…? Das war mal!

Dieses Review erschien im EMPIRE #117 (4/16)

ENDLESS – The Truth, The Chaos, The Insanity (EMPIRE-Version)

21. August 2016

(Power Prog)

12 Tracks, 53:55 min.

VÖ: 25.3.16

Zehn Jahre sind seit ENDLESS´ letztem Album vergangen. Da kann man mit Fug und Recht von einem Neustart sprechen, zumal sowohl „A Dream At The Sun“ als auch das Debüt „Eternal Winds“ von 2000 entweder gar nicht mehr oder nur zu horrenden Preisen zu bekommen sind. Sänger Vitor Veiga und der sehr gute Drummer Sergio Sanchez haben sich vier neue Leute gesucht. Dabei ein feines Händchen bewiesen. Die beiden Gitarristen Cristiano Moura und Luciano de Souza harmonieren vorzüglich und lassen den Zuhörer über die Laufzeit von 54 Minuten immer wieder mit der Zunge schnalzen. Was Frontmann Vitor betrifft, wäre es interessant zu wissen, ob er eine Bewerbung eingereicht hat, als KAMELOT einen Nachfolger für Roy S. Khan gesucht haben. Wenn er den Mund aufmacht, besonders in den ruhigeren Stücken, sieht man Khan vor sich. Bis auf den drolligen Akzent, aber den kann man auch sympathisch finden.

In einer Kritik habe ich gelesen, daß ENDLESS sich zwar äußerst kompetent in der Schnittmenge von HELLOWEEN, ANGRA und STRATOVARIUS bewegen, aber nichts Eigenes haben. Wenn ich z.B. „Under The Sun“ oder die bei allem an BLIND GUARDIAN erinnernden Bombast sehr kraftvolle Ballade „Lady Of The Lake“ (kein RAINBOW-Cover!) höre, kann ich einer solchen Aussage nicht zustimmen. Und außerdem glaube ich nicht, daß die Brasilianer unbedingt etwas Neues bringen wollten. Ist das überhaupt möglich?

Die 12 stringenten Songs sind sauber durchkomponiert, geschmackvoll arrangiert und kompetent gespielt. Es lassen sich jede Menge Feinheiten und Finessen entdecken. „The Truth, The Chaos, The Insanity“ ist schlicht und ergreifend ein Album, das vielen Fans Freude bereiten wird. Die Jungs von ENDLESS haben Feuer!

Dieses Review erschien im EMPIRE #117 (4/16)

GODSTICKS – Emergence (Originalversion)

21. August 2016

(Eigenproduktion)

10 Tracks, 50:36 min.

VÖ: 4.9.15

GODSTICKS aus Wales präsentieren sich auf ihrem aktuellen Werk „Emergence“ – sicher auch aufgrund der offenbar endlich konstanten Besetzung – so kompakt wie noch nie. Und rockig. Und düster (auch optisch). Als Sahnehäubchen hat SKINDRED-Produzent James Loughrey die Vision der Musiker voluminös und perfekt umgesetzt (Achtung: Mit „voluminös“ ist nicht die Lautstärke gemeint!). Auffällig sind die zahlreichen Wechsel in Ton, Takt und Tempo, die Sänger, Gitarrist und Keyboarder Durran Charles, Bassist Dan Nelson und Drummer und Keyboarder Steve Roberts in die 10 Songs/50 Minuten eingebaut haben. Vieles, vor allem in Steves Rhythmik, passiert abrupt und entsprechend unerwartet, ist aber dennoch flüssig arrangiert. Leicht zugänglich ist hier aber nach wie vor so gut wie nichts. Ihre Eigenwilligkeit haben sich die Drei auf jeden Fall bewahrt – und das ist gut so!

Nach wie vor schreibt Durran Charles die meisten Songs im Alleingang. Sein Gesang hat sich im Vergleich zu früher sehr gefestigt und weist in Richtung Eddie Vedder. Zu Kompositionen wie dem melancholischen „All That Remains“ mit Violine, Viola und Streichern paßt das hervorragend! KING´S X bekämen einen Weltklasse-Rocker wie „Hopeless Situation“ hin, aber PEARL JAM nie!

Bei allem Drive verzichten GODSTICKS nicht völlig auf Jazz- und Fusion-Parts, die mit der Rock-Grundierung insbesondere im abschließenden „Lack Of Scrutiny“ eine aufregende Liaison eingehen.

„Emergence“ ist ein Gewinn für jeden, der musikalische Qualität schätzt, auf Alben, bei denen allen Stücken die gleiche Sorgfalt zuteil wurde.