Auf ein Wort!

Oh nein, jetzt treibt sich dieser Spacko auch noch im Netz rum!!! Tut dat Not?!? Aber hallo! Hier gibt es Interviews, Reviews und mehr. Allem gemeinsam: Der ganze Krempel ist komplett von mir! Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muß jeder für sich selbst entscheiden... Was wollt Ihr sonst noch hier sehen? Ideen habe ich reichlich, möchte aber zuerst wissen, was Euch interessiert. Teilt es mir mit, z.B. als Kommentar. Spezielle Fragen zu mir und meiner Arbeit, Lob und Kritik aller Art ("Wie besoffen muß man sein, um so einen Mist zu verzapfen?") - egal was. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt... Haut rein, Ihr Eierbären! Michael P.S. Das Copyright aller Texte auf dieser Seite liegt ausschließlich bei Michael Schübeler.

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Systemstörung – Die Geschichte von Noise Records (Originalversion)

(I.P. Verlag, 2017) Auf 504 Seiten, illustriert mit 225 Fotos, erzählt David E. Gehlke die Geschichte von Noise Records. Das Label aus Berlin avancierte dank des Heavy Metal-Booms in den Achtzigern zunächst zur wichtigsten deutschen Idependent-Firma, um auf seinem Höhepunkt europaweit ganz oben mitzumischen. Gehlke schildert zunächst, wie Label-Boß Karl-Ulrich Walterbach vom Anarchisten und Hausbesetzer [...]

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Aktuelle Interviews

Systemstörung – Die Geschichte von Noise Records (Originalversion)

10. April 2017

(I.P. Verlag, 2017)

Auf 504 Seiten, illustriert mit 225 Fotos, erzählt David E. Gehlke die Geschichte von Noise Records. Das Label aus Berlin avancierte dank des Heavy Metal-Booms in den Achtzigern zunächst zur wichtigsten deutschen Idependent-Firma, um auf seinem Höhepunkt europaweit ganz oben mitzumischen.

Gehlke schildert zunächst, wie Label-Boß Karl-Ulrich Walterbach vom Anarchisten und Hausbesetzer über den Punk zum Metal kam; eine Musikrichtung, von der er zu Anfang null Ahnung hatte und auch nicht viel mit dem Sound anfangen konnte. Doch gerade aus dieser Naivität erwuchs jene Unerschrockenheit, ohne die Noise nie diese Größe und Bedeutung erreicht hätte. Mit Weitblick und dem richtigen Gespür sowie einer Riesenportion Glück hatte er mit einem Mal gleich mehrere Bands unter Vertrag, deren Verkäufe über Nacht durch die Decke gingen, allen voran HELLOWEEN und RUNNING WILD.

Doch mit dem Erfolg begannen die Probleme. Ist auch zu blöd, daß diese Art von Musik zum größten Teil von Menschen gemacht wird… Insbesondere die Schwierigkeiten mit CELTIC FROST machen einen Großteil des Buches aus und lassen Walterbach in einem ungünstigen Licht erscheinen. Ich hatte nach dem Lesen das Gefühl, daß der Mann, der sich um so etwas Unwichtiges wie z.B. Textbeilagen nie gekümmert hat, bis heute nicht begriffen hat, wie der detailversessene Avantgarde-Musiker Thomas Gabriel Fischer tickt. Mit Psychologie und Menschenführung macht man nun mal keinen Profit. Andererseits liegt gerade in den gegenseitigen Anwürfen eine der größten Stärken dieses Wälzers: Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen, sondern frei von der Leber weg aus dem nähkästchen geplaudert. Keiner der Befragten schont sich oder andere.

Etliche Bands aus dem Noise-Stall handelt David Gehlke in wenigen Sätzen ab oder erwähnt sie gar nicht erst. Mit WARRANT, SINNER, S.A.D.O. oder V2 hat der Amerikaner halt keine Interviews geführt, sondern nur mit den seiner Meinung nach relevanten Bands. Wer Vollständigkeit will, ist hier falsch! Dafür wird selbst Derjenige, der glaubt, alles über die vertretenen Gruppen zu wissen, noch Details erfahren, die ihm bislang unbekannt waren.

Dank Andreas Schiffmanns flüssiger Übersetzung, die insgesamt so gelungen ist, daß man meinen könnte, Gehlke sei Deutscher, sind sogar die Unzulänglichkeiten unterhaltsam. Der witzigste Fehler findet sich übrigens auf Seite 157…

Allerdings: Der Titel der Originalausgabe („Damn The Machine“) klingt cooler!

AMY MACDONALD – Under Stars (Originalversion)

09. April 2017

(Vertigo/Universal)

19 Tracks, 65:38 min.

VÖ: 17.2.17

„Ich mache, was mir Spaß macht und den Leuten gefällt.“ Mit diesem Satz faßt Amy Macdonald selbst ihr Tun zusammen. Was so logisch und einfach klingt, kann schnell zu einer nervenaufreibenden Gratwanderung werden. Den Beweis dafür liefert die Schottin selbst mit ihrem vierten Werk „Under Stars“. Bereits nach wenigen Durchläufen treten ungewohnte Qualitätsschwankungen zutage, und da man nicht damit rechnet, ist man entsprechend irritiert. Hört Euch mal „Dream On“ und direkt danach „Prepare To Fall“ an – das sind Welten! Schaut man sich die Reaktionen von Fans und Kritikern an, ist dasselbe Phänomen zu beobachten wie bei DEF LEPPARDS „Hysteria“ vor 20 Jahren: Diejenigen, die sich Platten kaufen müssen, sind begeistert („Balsam für das Trommelfell“, „Meisterstück“). Wer sie umsonst bekommt, spart nicht mit Kritik: „flach“, „seelenlos“, „kalkuliert“ sind nur einige der ungnädigen Adjektive, mit denen „Under Stars“ bedacht wird. Klingt gehässig, ist aber nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Gerade der Opener „Dream On“ ist als erste Single das Zugpferd des neuen Albums. Ein perfekter Popsong, und trotzdem bei weitem nicht die stärkste Nummer, auch wenn das Video („Kleines Mädchen in der großen, weiten Welt“) sie glatt eine Stufe höher hievt. Ein Knaller! Richtig witzig!! In die Kategorie „perfekt“ fallen auch „Leap Of Faith“ und „Feed My Fire“, aber das ist eben nicht alles. Insgesamt fehlt zu vielen der elf Songs das Besondere. Vielleicht zeigt es sich nur, wenn Amy alleine schreibt? Oder liegt es daran, daß „Under Stars“ pop-rockiger ist und weniger Folk enthält? Geblieben sind zum Glück ihre ungewöhnlichen Gesangsmelodien, die der überwiegend stromlinienförmigen Musik immer wieder Leben einhauchen. Beides zusammen funktioniert nicht nur sehr gut, es klingt sogar regelrecht reizvoll, auch wenn ein Kritiker meinte: „Wer Nummer Eins sein will, muß Ecken und Kanten vermeiden.“ Wie sehr das auf das Gros der Musik zutrifft, merkt man an der Dankbarkeit, mit der man kleine Spannungsmomente wie das Lick im Refrain von „Automatic“ (mit Solo!) oder das klare Gitarrenriff à la U2 am Anfang von „The Contender“ aufnimmt, läßt jedoch Amys Gesang außer acht. Wenn sich da alle dran halten, braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn alle gleich klingen! Genau das tut ihre Stimme zum Glück nie, egal wie das Drumherum aussieht. Sie ist ihr eigener größter Trumpf, und der sticht immer.

Wie bereits in der Vergangenheit legt auch diese CD nach hinten heraus spürbar zu. Ab dem sechsten Stück „Never Too Late“ (Gesang + Klavier + Streicher = Hammer!!!) spannt „Under Stars“ alle kreativen Muskeln an und macht qualitativ einen wahren Panthersatz nach vorne. Bis dahin hat nur das entrückte „Down By The Water“ mit seinen Gospel-Einflüssen die hohen Erwartungen ansatzweise erfüllen können. Aber das von der Serie „House Of Cards“ inspirierte „The Rise & Fall“ und die letzten drei Titel zeigen endlich die Klasse, die man von der ganzen Platte erwartet hat. Dazu sind die Songs schlicht zu kurz – die Platte rauscht im Eiltempo vorbei. Nicht nur deshalb muß man unbedingt zur Deluxe-Version greifen. Die enthält acht Live-Titel, bei denen sich die oben erwähnte Irritation zu einem kleinen Schock auswächst. Die sieben neuen Songs klingen plötzlich ganz anders! Da ist nix mehr mit bieder! Mit einem Mal erkennt man: Die sind ja richtig gut! Da steckt ja ein enormes Potential drin! Als hätten sie sich in den Studiofassungen hinter einer Mauerblümchenverkleidung versteckt, nehmen sie auf der Bühne die Maske ab und heben voller Selbstbewußtsein den Kopf. Eine Version von „Automatic“ klingt zögerlich, ja ängstlich, die andere lebendig, vital, pulsierend. „Dream On“ mutiert gar zu einem potentiellen Klassiker! Nicht zu fassen! Spätestens beim abschließenden „I´m On Fire“ ist die Enttäuschung verdaut und die Welt wieder in Ordnung. Macdonalds zweites Springsteen-Cover nach „Dancing In The Dark“ macht dem Boss alle Ehre. Chapeau!

Objektiv hat Amy Macdonald alles richtig oder zumindest nichts falsch gemacht, subjektiv fehlen mehr Songs wie „Never Too Late“ und „Prepare To Fall“, die den Rest der Platte turmhoch überragen. Ein derart deutliches Gefälle hatte keiner der Vorgänger. Diese beiden Titel gehen als einzige über vier Minuten. Zufall?

 

EDENBRIDGE – The Great Momentum (Originalversion)

08. April 2017

(Steamhammer/SPV)

9 Tracks, 54:47 min.

VÖ: 17.2.17

Bereits zum neunten Mal hat Komponist und Saiten-Tausendsassa Arne Stockhammer alias Lanvall alles gegeben. Das Ergebnis hört auf den Namen „The Great Momentum“ und ist weniger düster ausgefallen als der Vorgänger „The Bonding“. Der erschien ja auch vor fast vier Jahren; auf den ersten Blick eine lange Zeit, in der EDENBRIDGE allerdings alles andere als untätig waren. Erwähnt sei an dieser Stelle nur die Akustik-CD „Everflow“ von VOICIANO aus 2014 sowie die stetigen Live-Aktivitäten der Österreicher. Zudem hat erneut die Rhythmusgruppe gewechselt. Den Baß hat Lanvall gleich selbst eingespielt, und mit Johannes Jungreithmeier ist ein neuer Drummer an Bord. Der kommt eigentlich aus einer härteren Ecke, hat das komplette Album in neun Stunden eingespielt und sich als 3D-Graphiker obendrein am Artwork beteiligt und das Layout gemacht. Das Drumherum war somit in guten Händen, und das trug wesentlich dazu bei, die aktuelle Produktion zur entspanntesten von EDENBRIDGE überhaupt zu machen.

Das hört man der Musik an (oder meint es zumindest). Aber egal ob echt oder eingebildet, diese ganz spezielle Art des harmonischen Dahinfließens findet man bei keiner anderen Band. EDENBRIDGE haben ihren unverwechselbaren Sound und kultivieren ihn mit Hingabe mal in diese, mal in jene Richtung. Vor allem ist Lanvall daran gelegen, das Instrumentarium einer Rockband immer