Auf ein Wort!

Oh nein, jetzt treibt sich dieser Spacko auch noch im Netz rum!!! Tut dat Not?!? Aber hallo! Hier gibt es Interviews, Reviews und mehr. Allem gemeinsam: Der ganze Krempel ist komplett von mir! Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muß jeder für sich selbst entscheiden... Was wollt Ihr sonst noch hier sehen? Ideen habe ich reichlich, möchte aber zuerst wissen, was Euch interessiert. Teilt es mir mit, z.B. als Kommentar. Spezielle Fragen zu mir und meiner Arbeit, Lob und Kritik aller Art ("Wie besoffen muß man sein, um so einen Mist zu verzapfen?") - egal was. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt... Haut rein, Ihr Eierbären! Michael P.S. Das Copyright aller Texte auf dieser Seite liegt ausschließlich bei Michael Schübeler.

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NIGHT RANGER – Don´t Let Up (EMPIRE-Version)

(Frontiers/Soulfood) 11 Tracks, 51:24 min. VÖ: 24.3.17 „Don´t Let Up“ fehlt irgendwas. Das war mein erster Gedanke. Beim nächsten Hören überlegte ich, was es sein könnte. Vielleicht dieser originäre Drive, der NIGHT RANGER von anderen Bands unterscheidet und der so fest zu ihrer DNA gehört, daß man ihn auf jeder Platte längst wie selbstverständlich erwartet, [...]

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Aktuelle Interviews

NIGHT RANGER – Don´t Let Up (EMPIRE-Version)

27. März 2017

(Frontiers/Soulfood)

11 Tracks, 51:24 min.

VÖ: 24.3.17

„Don´t Let Up“ fehlt irgendwas. Das war mein erster Gedanke. Beim nächsten Hören überlegte ich, was es sein könnte. Vielleicht dieser originäre Drive, der NIGHT RANGER von anderen Bands unterscheidet und der so fest zu ihrer DNA gehört, daß man ihn auf jeder Platte längst wie selbstverständlich erwartet, sogar voraussetzt – und zwar bei JEDEM Stück! Das ist diesmal nicht der Fall. Die meisten der neuen Songs haben ihn natürlich, er ist also nicht verlorengegangen, aber genau deshalb bemerkt man ja den Unterschied! Insgesamt ist das zwölfte Studioalbum des US-Quintetts nicht so mitreißend geworden wie ich es nach der makellosen Melodic Rock-Lehrstunde „Somewhere In California“ und dem fast ebenso grandiosen „High Road“ fest einkalkuliert hatte; erst recht, nachdem das bereits auf der Live-Scheibe „35 Years And A Night In Chicago“ vorgestellte „Day And Night“ mir den Mund wässrig gemacht hatte.

Ein halbes dutzend Durchläufe später hat sich meine Meinung geändert. Mit „Running Out Of Time“, „(Won´t Be Your) Fool Again“, der vibrierenden Ballade „We Can Work It Out“ und „Truth“ befinden gleich vier Songs auf dem Album, die nicht so spektakulär sind wie sonst, die einen nicht direkt anspringen. Aber gerade „Truth“ ist ein Grower, wie er im Buche steht; wie eine Blume, deren Blüte sich ganz langsam öffnet. Und „Fool“ überrascht tatsächlich mit einer Bottleneck-Einlage! Gab´s meines Wissens bei NIGHT RANGER noch nie!

Wie zum Ausgleich röhren die Gitarren von Brad Gillis und Keri Kelli beim klassischen NR-Stoff umso mehr, wie im Opener „Somehow Someway“. Der begeistert obendrein mit einem Akustik-Mini-Break, dem ich einen Anflug von Genialität bescheinigen würde. Dann das erwähnte „Day And Night“ mit seinem extralangen Soloteil. Nicht zu vergessen meine Lieblingsnummer „Comfort Me“, die sich förmlich überschlägt, ohne aus der Kurve zu fliegen.

„High Road“ und auch „Somewhere In California“ waren scheinbar aufregender, mit mehr großen Momenten. „Don´t Let Up“ kommt an beide nicht heran, das ist Fakt. Es sind aber immer noch genug tolle Songs übrig. Und außerdem ist es interessant, NIGHT RANGER einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

THORBJORN RISAGER & THE BLACK TORNADO – Change My Game (EMPIRE-Version)

08. Februar 2017

(Ruf Records/in-akustik)

11 Tracks, 51:42 min.

VÖ: 27.1.17

Die Stoiker des Blues schlagen wieder zu! Thorbjorn Risager und seine Big Band treiben auf ihrem aktuellen Album ihren Stil zu neuen Höhen, perfektionieren Langsamkeit und Lässigkeit zu einer individuellen Coolness, gegen die jeder Tempobolzer lahm wirkt. Dahinter steckt Methode; das Motto „Keine Note zuviel“, von dem ich beim letzten Album „Too Many Roads“ schrieb (vgl. Empire 107), wurde systematisch weiter vorangetrieben, bereits eingespielte Parts wieder herausgenommen. Die investierte Arbeit von acht Monaten gegenüber drei Wochen beim Vorgänger hört man deutlich heraus, z.B. in den noch besser integrierten Bläsern, die dadurch zunächst allerdings auch unauffälliger wirken, bis man sich richtig eingehört hat. Dennoch schaffen es die Dänen, ihre Songs nicht kalkuliert oder konstruiert klingen zu lassen. Um ein Klangchaos zu vermeiden, sind nicht alle acht Musiker auf jedem Stück zu hören. Irre, was für eine Spannung mit diesem simplen Trick erreicht wird! Über allem thront Risagers sonore Stimme, die mit ihrer warmen Klangfarbe wie ein souliger Springsteen klingt. Wenn man „Change My Game“ sehr oft hört, sind einem höchstens ein paar gleichförmige Chöre zuviel auf der Platte. Doch während beim letzten Mal „China Gate“ von Nat King Cole deutlich herausragte, ist das Niveau jetzt viel ausgeglichener und insgesamt noch höher. Checkt mal den relaxten Opener „I Used To Love You“, das Gesamtkunstwerk „Hard Time“ und das massige „Hold My Lover Tight“ und laßt Euch vom „Zirkel-Blues“ fesseln!

 

BON JOVI – This House Is Not For Sale (EMPIRE-Version)

06. Februar 2017

(Island/Universal)

18 Tracks, 74:45 min.

VÖ: 4.11.16

Preisfrage: Was kann man von BON JOVI nach dem erbärmlichen „Burning Bridges“ überhaupt noch erwarten? Auf jeden Fall nie mehr einen Hardrock-Kracher wie es „Slippery When Wet“ war. Das haben die Musiker einfach nicht mehr in sich, diese unwiderstehliche Power ist weg – zumindest im Studio. Noch viel weniger wird es jemals wieder einen Husarenritt quer durch die Rockmusik geben, wie ihn die Band auf ihrem besten Album „Keep The Faith“ auf allerhöchstem Niveau hinlegte. Das höchste der Gefühle, worauf man heute noch hoffen kann, ist, das Level von „Have A Nice Day“ zu erreichen. Stilistisch geht „This House Is Not For Sale“ zwar in die Richtung, aber das permanente Gefühl, daß die Musiker nicht mehr wissen, wie man die Handbremse löst, drückt aufs Gemüt. Nein, es nervt auf Dauer gewaltig! Gott, was hätten die früher aus „Knockout“ gemacht! Stattdessen sorgt das wie eine Coverversion von Chris Isaak (!) klingende „Labor Of Love“ für Verwirrung. Dafür entschädigen das Titelstück, obwohl es von der ersten bis zur letzten Note ein Selbstzitat ist, „Born Again Tomorrow“ mit dem einzigen knackigen Gitarrensolo des ganzen Albums, das geschmeidige „Reunion“ sowie von den Bonustracks „All Hail The King“ (endlich: Dynamik!), wo Drummer Tico Torres tatsächlich mal aus sich herausgeht und „Touch Of Grey“ vom Japan-Import. Eine reife und doch zupackende Komposition. Davon hätte diese Platte noch ein paar mehr gebraucht.

„This House Is Not For Sale“ ist zumindest in der 17- oder 18-Titel-Version kein Fehlkauf, aber am Ende bleibt das Cover das Beste an BON JOVIS 13. Studio-CD.