Auf ein Wort!

Oh nein, jetzt treibt sich dieser Spacko auch noch im Netz rum!!! Tut dat Not?!? Aber hallo! Hier gibt es Interviews, Reviews und mehr. Allem gemeinsam: Der ganze Krempel ist komplett von mir! Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muß jeder für sich selbst entscheiden... Was wollt Ihr sonst noch hier sehen? Ideen habe ich reichlich, möchte aber zuerst wissen, was Euch interessiert. Teilt es mir mit, z.B. als Kommentar. Spezielle Fragen zu mir und meiner Arbeit, Lob und Kritik aller Art ("Wie besoffen muß man sein, um so einen Mist zu verzapfen?") - egal was. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt... Haut rein, Ihr Eierbären! Michael P.S. Das Copyright aller Texte auf dieser Seite liegt ausschließlich bei Michael Schübeler.

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REVAMP – Revamp (Amazon-Version)

(Nuclear Blast/EWR) 14 Tracks, 55:52 min. Das größte „Problem“, das man als Rezensent mit der ersten CD von REVAMP hat, ist, daß sie so viel hergibt, enorm abwechslungsreich ausgefallen ist. Wenn man meint, einen Song „durchschaut“ zu haben, zeigt er unvermittelt wieder ein neues Gesicht, das man nie in ihm vermutet hätte. Zum Hören sind [...]

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Aktuelle Interviews

REVAMP – Revamp (Amazon-Version)

25. Juli 2014

(Nuclear Blast/EWR)

14 Tracks, 55:52 min.

Das größte „Problem“, das man als Rezensent mit der ersten CD von REVAMP hat, ist, daß sie so viel hergibt, enorm abwechslungsreich ausgefallen ist. Wenn man meint, einen Song „durchschaut“ zu haben, zeigt er unvermittelt wieder ein neues Gesicht, das man nie in ihm vermutet hätte. Zum Hören sind diese Aha-Erlebnisse ein solcher Traum, daß man sich immer wieder zum Kauf der CD beglückwünscht, aber eine Quälerei, wenn man sich dazu äußern soll. Kaum hat man sich auf eine Aussage festgelegt, muß man alles wieder umschmeißen!

Nun denn, gehen wir es an: Fast auf den Tag drei Jahre nach dem Release von „After Forever“ meldet sich Frontfrau Floor Jansen mit neuer Band zurück. Deren Album“Revamp“ verlangt wie gesagt dem Hörer einiges ab, um zuerst vollständig erfaßt, danach (hoffentlich) verstanden und – sofern ausreichend verinnerlicht – schließlich richtig genossen werden zu können.

Daß man soviel investieren muß, liegt vor allem an der modernen Ausrichtung des Albums, mit der sich bestimmt nicht jeder anfreunden kann. Insbesondere die futuristisch klingenden Keyboards dürften nicht jederproggies Sache sein. Ich finde die Art, wie hier 52 bzw. 56 Minuten lang mit Keyboard-, Synthesizer- und programmierten Sounds jongliert wird, einfach nur atemberaubend, von der Interaktion her vielleicht sogar wegweisend. Zusammen mit den knallharten Drums entsteht ein faszinierendes Klanggebilde, das einen packt, selbst wenn man gar nicht auf „sowas“ steht.

Unbedingt erwähnen muß man in diesem Zusammenhang auch Chöre und Streicher, die, wenn man sie z.B. mit BLIND GUARDIAN und TARJA vergleicht, bei REVAMP am modernsten eingesetzt werden.

„Here´s My Hell“ versetzt einem mit seinem Dave-Lombardo-Drumroll zur Begrüßung gleich einen mit der Affenkeule, bevor ebenso bestimmte Tasten die Führung übernehmen. Offenhörig haben mit GRIP INC.- und ENEMY OF THE SUN-Kopf Waldemar Sorychta und Keyboarder Joost van den Broek zwei Koryphäen ihres speziellen Metiers zueinandergefunden. Beide setzen dementsprechend eigene Schwerpunkte – tonnenschwere Riffs der eine, luftig-extravagante Melodien der andere – und ergänzen sich im Zusammenwirken der Elemente, die sie beisteuern, perfekt. In ihrer nahtlosen Verzahnung ebenso wie im ständigen Hin und Her in der Musik und schließlich im Gesamtbild zeigt sich ein außergewöhnliches Verständnis für die Motive IN und HINTER den Tönen und die Absichten, die der andere mit seinen Ideen verfolgt.

Das Resultat ist mit dem Begriff „Musikerlebnis“ ebenso treffend wie unzureichend beschrieben. Es herrscht angespannte Intensität zu jeder Sekunde. Dennoch hatte ich mit dem thrashig-fiesen „Disdain“, bei dem Floor am wenigsten zu hören ist und dem haßerfüllt brüllenden Björn „Speed“ Strid von SOILWORK das Feld überläßt, lange zu kämpfen. Das Ergebnis klingt abgrundtief böse, verstörend, ja abstoßend. Und doch…

Trotz ihrer beiden musikalischen Direktoren, die nahezu jede Sekunde der 56 Minuten prägen, ist „Revamp“ eindeutig Floors Album. So ist sie wie bei einer Solo-Platte allein auf dem Frontcover zu sehen, hatte die künstlerische Leitung inne und fungierte überdies als ausführender Produzent. Ihre Zerrissenheit spiegelt sich in der Collage-artigen Gestaltung des Booklets, ihrem überragenden Gesang, der variabel wie nie zuvor ausgefallen ist, wider – und natürlich in den Texten, deren Kerninhalte Verzweiflung über das plötzliche Verlieren der musikalischen Familie und die Hoffnung auf neue Wege und die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind.

Da Floor einen musikalischen Fluß einem inhaltlichen vorzieht, bemerkt man Entwicklungen, etwa von „I´m losing myself“ zu „I lost myself“, entweder gar nicht oder erst mit Verzögerung. Das unaufhörliche Hin und Her ist ganz schön verwirrend, etwa wenn es in „All Goodbyes Are Said“ unvermittelt um Sterbehilfe geht, aber auch ungemein spannend; etwa der in „Million“ thematisierte Aufbruch nach überstandener Krise. Gerade hier ist man als Zuhörer hautnah dabei, direkt an der Seite der zuerst tragischen, dann strahlenden Heldin.

Ruhepole wie das Duett mit Russell Allen (SYMPHONY X) in „Sweet Curse“ (superb!) oder die erste Hälfte des Bonustracks „No Honey For The Damned“, die eine reine Vokaldemonstration ist, kommen einem bei dieser Tour de Force gerade recht.

Noch dicker wird die Gänsehaut bei den ungeheuer intensiven „I Lost Myself“ und „Break“. Mit Letzterem ist Floor Jansen gar das Meisterstück gelungen, Abschied zu nehmen und AFTER FOREVER hinter sich zu lassen und zugleich ihrer Band und allem, was sie ihr bedeutete, ein wundervoll poetisches Denkmal zu setzen.

Letztlich muß jeder, der mitreißende Musik schätzt, zumindest mal in diesen Silberling hineinhören. Und sei es nur, um die Entwicklung einer immens talentierten Künstlerin zu verfolgen, wie es einem in dieser Schonungslosigkeit kaum einmal ermöglicht wird. Am Ende ist man fast so fertig wie die Protagonistin selbst. Aber man weiß: Floor Jansen hat gekämpft und gewonnen. Und zwar auf der ganzen Linie.

Dieses Review erschien auf Amazon.de

JASMINE CAIN – Highway Prophet (AMAZON-Version)

14. Juli 2014

(Eigenproduktion)

13 Tracks, 48:53 min.

Es ist ein Jammer, daß es hierzulande niemand mitkriegt, wenn Jasmine Cain ein neues Album herausbringt. „Highway Prophet“ ist bereits das dritte, und erstmals hat sich die Amerikanerin dazu durchgerungen, ihr Gesicht auf dem Cover sowie auch auf der CD zu platzieren. Schwer zu verstehen, aber sich selbst nimmt man völlig anders – und meistens viel negativer – wahr als es die Menschen um einen herum tun.

Zur Musik: Na-türlich habe ich beim ersten Hören wider besseres Wissen auf ein zweites “Show Me” gehofft, und na-türlich gibt es keins. Aber dafür gleich mehrere Nummern, die verdammt nah an den Mega-Tränentreiber herankommen. Mein Favorit “Beautiful Tragedy” ist genau das: Bittersüß, sowohl im Wort als auch im Vortrag, voller Kraft in den Akkorden, ekstatisch im Solo, erhaben und einfach wunderschön. “Time” folgt dichtauf. Ein dunkler, geheimnisvoll schimmernder See aus Melancholie! Auf Rang Drei das intensive Titelstück “Highway Prophet”, das man vorab hören konnte und von dem ich sofort fasziniert war. Drei Mal Drama, Drama und ganz großes (Gefühls-) Kino! Hach, ist das schön!!Mit „Anymore“ ist auch ein melodisch-rasanter Rock-Hit mit allem Drum und Dran dabei. Dafür hat Miss Cain einfach ein Händchen. „Never Goodbye“ ist sogar zweimal vertreten: Neben einer von ihr allein gesungenen Version singt Jasmine noch ein Quasi-Duett mit Josh Brown von der christlichen Rockband Day Of Fire. Beiden Fassungen gemeinsam ist die typische JC-Melancholie – was erstaunlich ist, denn hierbei handelt es sich um einen Day Of Fire-Track!

Aber Jasmine Cain hat eine noch größere Überraschung auf Lager: Ein Cover von Stevie Nicks´ „Edge Of Seventeen“ hat bestimmt keiner erwartet! Die Sängerin/Bassistin und ihre hervorragenden Mitmusiker bringen die extravagante Rocknummer von Nicks´ Solo-Debüt „Bella Donna“ glänzend und selbstverständlich mit eigenem Flair rüber. Kompliment!

Nicht unterschlagen darf man die kurzen Energiestöße, wie sie Joan Jett in ihren besten Zeiten aus der zierlichen Hüfte abfeuerte. Bei „On The Edge“ kommt sogar noch eine punkige Attitüde dazu. Imponierend, daß bei aller kompositorischen Raffinesse das Rebellische ohne Reibungsverlust voll erhalten bleibt. Spielfreude und die pure Lust am Rocken machen´s möglich!

Die furiose Gitarrenarbeit von Jeff Caughron verdient an dieser Stelle unbedingt ein Sonderlob. Der Bursche treibt das ganze Album mit Stil und Klasse voran. Spitzenmäßig!

Dieses Review erschien auf Amazon.de

JASMINE CAIN – Highway Prophet (EMPIRE-Version)

13. Juli 2014

(Eigenproduktion)

13 Tracks, 48:53 min.

Es ist ein Jammer, daß es hierzulande niemand mitkriegt, wenn Jasmine Cain ein neues Album herausbringt. „Highway Prophet“ ist bereits das dritte, und erstmals hat sich die Amerikanerin dazu durchgerungen, ihr Gesicht auf dem Cover sowie auch auf der CD zu platzieren. Schwer zu verstehen, aber sich selbst nimmt man völlig anders – und meistens viel negativer – wahr als es die Menschen um einen herum tun.

Zur Musik: Na-türlich habe ich beim ersten Hören wider besseres Wissen auf ein zweites „Show Me“ gehofft, und na-türlich gibt es keins. Aber dafür gleich mehrere Nummern, die verdammt nah an den Mega-Tränentreiber herankommen. Mein Favorit „Beautiful Tragedy“ ist genau das: Bittersüß, sowohl im Wort als auch im Vortrag, voller Kraft in den Akkorden, ekstatisch im Solo, erhaben und einfach wunderschön. „Time“ folgt dichtauf. Ein dunkler, geheimnisvoller schimmernder See aus Melancholie! Auf Rang Drei das intensive Titelstück „Highway Prophet“, das man vorab hören konnte und von dem ich sofort fasziniert war. Drei Mal Drama, Drama und ganz großes (Gefühls-) Kino! Hach, ist das schön!!

Mit „Anymore“ ist auch ein melodisch-rasanter Rock-Hit mit allem Drum und Dran dabei. Dafür hat Miss Cain einfach ein Händchen. „Never Goodbye“ ist sogar zweimal vertreten: Neben einer von ihr allein gesungenen Version singt Jasmine noch ein Quasi-Duett mit Josh Brown von der christlichen Rockband DAY OF FIRE. Beiden Fassungen gemeinsam ist die typische JC-Melancholie – was erstaunlich ist, denn hierbei handelt es sich um einen DAY OF FIRE-Track!

Aber Jasmine Cain hat eine noch größere Überraschung auf Lager: Ein Cover von Stevie Nicks´ „Edge Of Seventeen“ hat bestimmt keiner erwartet! Die Sängerin/Bassistin und ihre hervorragenden Mitmusiker bringen die extravagante Rocknummer von Nicks´ Solo-Debüt „Bella Donna“ glänzend und selbstverständlich mit eigenem Flair rüber. Kompliment!

Nicht unterschlagen darf man die kurzen Energiestöße, wie sie Joan Jett in ihren besten Zeiten aus der zierlichen Hüfte abfeuerte. Bei „On The Edge“ kommt sogar noch eine punkige Attitüde dazu. Imponierend, daß bei aller kompositorischen Raffinesse das Rebellische ohne Reibungsverlust voll erhalten bleibt. Spielfreude und die pure Lust am Rocken machen´s möglich! Die furiose Gitarrenarbeit von Jeff Caughron verdient an dieser Stelle unbedingt ein Sonderlob. Der Bursche treibt das ganze Album mit Stil und Klasse voran. Spitzenmäßig!

Da eine Menge Songs von Jasmine im Netz herumschwirren, kann sich keiner rausreden, sie nicht anzutesten. Danach kauft man garantiert etwas von ihr! All power to the Mistress of Intensity!!

Dieses Review erscheint im EMPIRE #107