Auf ein Wort!

Oh nein, jetzt treibt sich dieser Spacko auch noch im Netz rum!!! Tut dat Not?!? Aber hallo! Hier gibt es Interviews, Reviews und mehr. Allem gemeinsam: Der ganze Krempel ist komplett von mir! Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muß jeder für sich selbst entscheiden... Was wollt Ihr sonst noch hier sehen? Ideen habe ich reichlich, möchte aber zuerst wissen, was Euch interessiert. Teilt es mir mit, z.B. als Kommentar. Spezielle Fragen zu mir und meiner Arbeit, Lob und Kritik aller Art ("Wie besoffen muß man sein, um so einen Mist zu verzapfen?") - egal was. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt... Haut rein, Ihr Eierbären! Michael P.S. Das Copyright aller Texte auf dieser Seite liegt ausschließlich bei Michael Schübeler.

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ASHBY – Fragmental (EMPIRE-Version)

(Eigenproduktion) 7 Tracks, 64:29 min. VÖ: 13.11.15 Wie in der letzten Ausgabe versprochen, hier nun mein Top-Album 2015: „Fragmental“ von ASHBY aus Mülheim an der Ruhr! 64 Minuten lang Progressive Rock in Vollendung. Dies gilt, obwohl das Quintett sich weiter verbessern und in Zukunft noch stärkere Songs schreiben wird. Bitte nicht mißverstehen, „Vollendung“ heißt jetzt [...]

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Aktuelle Interviews

ASHBY – Fragmental (EMPIRE-Version)

06. April 2016

(Eigenproduktion)

7 Tracks, 64:29 min.

VÖ: 13.11.15

Wie in der letzten Ausgabe versprochen, hier nun mein Top-Album 2015: „Fragmental“ von ASHBY aus Mülheim an der Ruhr! 64 Minuten lang Progressive Rock in Vollendung. Dies gilt, obwohl das Quintett sich weiter verbessern und in Zukunft noch stärkere Songs schreiben wird. Bitte nicht mißverstehen, „Vollendung“ heißt jetzt nicht „perfekt“. Zumindest nicht in technischer Hinsicht, auch wenn jeder Ton brillant ausgeführt ist und exakt dort sitzt, wo er sitzen soll. Aber emotional ist „Fragmental“ ganz großes Kino! Die Musik reißt einen vom ersten Ton an mit. Genau deshalb ist es ja auch so schwierig, etwas Objektives über diese CD zu sagen!

Greifen wir aus den 7 5 bis 13 Minuten langen Songs mal die völlig unkonventionelle Ballade „Pax“ heraus: Die Melodie ist von „Die muß unbedingt jedem gefallen“ meilenweit entfernt und verfehlt dennoch ihre Wirkung nicht. Wie macht die Band das bloß? Vielleicht liegt es an Sängerin Sabina Moser, die bereits in der Sänger-Casting-Show „The Voice Of Germany“ auf sich aufmerksam machen konnte. Sie gurrt, schnurrt und knurrt ihre unorthodoxen Gesangslinien mit einer rauchigen Stimme, der man sich ebenso wenig entziehen kann wie der Musik. Mit dieser zauberschönen Nummer ließe sich ohne weiteres ein Erfolg abseits des Prog-Publikums erzielen.

„Fragmental“ zeigt auch, was mit Crowdfunding möglich ist: Ein dickes Booklet, ein Top-Cover von Francesco De Luca und ein Spitzensound runden dieses Meisterwerk in perfekter Weise ab.

Auch wenn niemand sagen kann, wohin sich ASHBY entwickeln werden – die Band ist allerdings derart talentiert und fokussiert, daß ich mir diesbezüglich keine Sorgen mache –, mit „Fragmental“ hat man etwas ganz Besonderes geschaffen.

Hört Euch ASHBY im Netz an. Ihr werdet diese Truppe ebenso lieben wie ich!

 

RUSTY PACEMAKER – Ruins

04. April 2016

(Solanum Records/Eigenproduktion)

10 Tracks, 53:30 min.

Der Österreicher Rusty Pacemaker ist ein eigenwilliger, auch eigensinniger Musiker; mit allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt. Sein zweites Album „Ruins“ (nach dem mir nicht bekannten Einstand „Blackness And White Light“ von 2010) ist so düster und auf eine leicht morbide Weise schön, wie es das Coverbild bereits vermuten läßt. Auch die musikalische Ausrichtung kann man aus dem Artwork ableiten: Gothic mit gelegentlichem Metal-Überzug („Matter Over Mind“) und Ausflügen in Richtung Doom („Candlemess“) und Wave („Night Angel“). Obendrauf kommen mit dem kurzen „Forever“ und „Knowing“ noch ein komplett und ein überwiegend akustisch gehaltenes Lied. Und genau bei diesen beiden Stücken, wo der Gesang stärker in den Mittelpunkt rückt, zeigt sich der Knackpunkt dieser CD, der entscheidet, ob man sich für „Ruins“ erwärmen kann oder nicht: Rustys (Sprech-) Gesang besitzt zwar durchaus eine eigene Klangfarbe, ist aber auch arg limitiert. Das ist grundsätzlich nicht schlimm und begegnet einem gerade im Düsterrock häufiger. Im besten Fall können gerade die stimmlichen Unzulänglichkeiten die Monotonie und Trostlosigkeit der Musik unterstreichen und die Atmosphäre intensivieren, aber speziell am Anfang von „Knowing“ kommt von der Tiefe, die die bedeutungsschweren Worte besitzen, nichts bei mir an. Da tun die vokalistischen Gastbeiträge einer Dame, die sich Lady K nennt, bei „Ocean Of Life“ und „Night Angel“ dem Gesamtergebnis sehr gut.

Als Komponist kann Rusty, der bis auf das an einem Tag aufgenommene Schlagzeug alles selbst eingespielt hat, dafür ordentlich punkten. Man höre sich nur einmal das Solo in „Made Of Lies“ an, das plötzlich und ungestüm, aber dennoch geschmeidig aus dem Song herausbricht. Toll ausgedacht und ausgeführt! Auf „Ruins“ gibt es eine Menge zu entdecken, eine eingehende Beschäftigung mit den 10 Songs lohnt sich auf jeden Fall. Auf diese Weise hat man sich irgendwann auch an den Gesang gewöhnt… Mittlerweile gefällt mir „Ruins“ richtig gut!

Dennoch finde ich, daß Rusty, wenn er seinen Werken auf Dauer gerecht werden will, zumindest mal über einen hauptamtlichen Sänger nachdenken sollte, der seine ausgefallenen Ideen adäquat umsetzt und in der Lage ist, den Hörer emotional genauso zu packen wie es die Musik bereits tut..

Zusammenfassend kann man sagen: „Ruins“ bietet 53 Minuten Gothic Rock/Metal – Rusty bezeichnet seine Musik selbst übrigens als Dark Alternative Rock/Metal – von einem Individualisten für Individualisten.

 

CIRCUS MAXIMUS – Havoc

30. März 2016

(Frontiers Records/Soulfood)

9 Tracks, 54:08 min.

VÖ: 18.3.16

Mit ihrem ersten Album „The 1st Chapter“ gelang CIRCUS MAXIMUS 2005 aus dem Nichts ein Einstand nach Maß, eine kleine Sensation. 2007 folgte „Isolate“; längst nicht mehr so übermütig, weniger verspielt (soll heißen, weniger DREAM THEATER-lastig), gelang es den Norwegern, ihre immer noch überbordende Kreativität besser zu ordnen. Diese konstante und konsequente Weiterentwicklung führt allerdings zu Qualitätsschwankungen, mit denen nach den ersten beiden Silberlingen so nicht zu rechnen war und sorgte bei „Nine“ (2012) prompt für Ernüchterung. Neben etlichen Highlights („Burn After Reading“!) gab es auch ungewohnte Längen zu überstehen.

Wohin geht der Weg für CIRCUS MAXIMUS nun mit „Havoc“ (Verwüstung, Chaos)? Der erhoffte Schritt nach vorne ist der vierte Longplayer nicht; das Quintett aus Oslo tritt eher auf der Stelle. Was auffällt: Auch wenn CIRCUS MAXIMUS etwa auf „After The Fire“ mit ihrem Können nicht hinter dem Berg halten, gilt generell: Je zurückhaltender die Musiker agieren, umso besser gerät das Ergebnis. Wie beim zweiten Stück „Highest Bitter“: Hier wird über weite Strecken der 5 Minuten um den Punkt herum gespielt, was ganz hervorragend funktioniert.

Dank einer gewaltigen Steigerung in der zweiten Hälfte von „Havoc“ (Anspieltip: „Remember“ – DAS Highlight!), wo sich die Tiefe und Atmosphäre, die CIRCUS MAXIMUS zu erschaffen in der Lage sind, endlich voll entfalten, retten die Fünf doch noch 7 Punkte über die Ziellinie.

Warum die Band ausgerechnet „Loath“, das alles, was CIRCUS MAXIMUS können und wollen, sehr schön bündelt, als Bonustrack gewählt hat, ist mir ein Rätsel. Der künstlich auf modern und übertrieben hart getrimmte Fremdkörper „Havoc“ wäre passender gewesen. Ein anderer Name für dieses Album hätte sich ja wohl leicht finden lassen!