Auf ein Wort!

Oh nein, jetzt treibt sich dieser Spacko auch noch im Netz rum!!! Tut dat Not?!? Aber hallo! Hier gibt es Interviews, Reviews und mehr. Allem gemeinsam: Der ganze Krempel ist komplett von mir! Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muß jeder für sich selbst entscheiden... Was wollt Ihr sonst noch hier sehen? Ideen habe ich reichlich, möchte aber zuerst wissen, was Euch interessiert. Teilt es mir mit, z.B. als Kommentar. Spezielle Fragen zu mir und meiner Arbeit, Lob und Kritik aller Art ("Wie besoffen muß man sein, um so einen Mist zu verzapfen?") - egal was. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt... Haut rein, Ihr Eierbären! Michael P.S. Das Copyright aller Texte auf dieser Seite liegt ausschließlich bei Michael Schübeler.

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MIKE ZITO – Make Blues Not War (EMPIRE-Version)

(Ruf Records/in-akustik) 12 Tracks, 53:39 min. VÖ: 18.11.16 Durch den Albumtitel neugierig geworden, hörte ich voller Vorfreude in „Make Blues Not War“ hinein. Und meine Erwartungen wurden sogar übertroffen! Auffällig ist die rockige bis hardrockige Ausrichtung der 12 Titel. Selbst in den brillant platzierten und überragend gestalteten ruhigen Teilen fehlt es zu keiner Sekunde an [...]

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Aktuelle Interviews

MIKE ZITO – Make Blues Not War (EMPIRE-Version)

11. Juni 2017

(Ruf Records/in-akustik)

12 Tracks, 53:39 min.

VÖ: 18.11.16

Durch den Albumtitel neugierig geworden, hörte ich voller Vorfreude in „Make Blues Not War“ hinein. Und meine Erwartungen wurden sogar übertroffen! Auffällig ist die rockige bis hardrockige Ausrichtung der 12 Titel. Selbst in den brillant platzierten und überragend gestalteten ruhigen Teilen fehlt es zu keiner Sekunde an sanftem, aber unnachgiebigem Druck. Dieser Drive ist auch nötig, denn der mit diversen Blues-Preisen ausgezeichnete Mike Zito zelebriert hier 54 Minuten lang klassischen Bluesrock, und da hat man alles, was nur denkbar ist, hunderte Male gehört. „Wasted Time“ z.B. ist ein klassischer (wie gesagt…) Boogie-Shuffle inklusive B.B. King-Licks, und da kommt es ganz auf die Performance an, ob man gähnt oder es geil findet. Bei dem Gitarristen und Sänger aus St. Louis ist eindeutig Letzteres der Fall, weil Spiel und Stimme das pure Leben transportieren. Der Mann weiß definitiv, wovon er spricht (bzw. singt), war er doch am tiefsten Punkt in seinem Leben obdachlos und sogar kriminell. Sein Ziehvater Walter Trout redete ihm eindringlich ins Gewissen, sich gefälligst auf sein gottgegebenes enormes Talent zu besinnen. Wie wunderbar die beiden Musiker harmonieren, kann man auch auf dieser CD nachhören.

Es ist einfach ein Gedicht, wie sich Zito und Trout im Opener „Highway Mama“ genüßlich die Bälle zuspielen. Das psychedelische „Red Bird“ mündet in einen ausgiebigen Jam-Part à la Jimi Hendrix, bevor einen der Slow Blues „Make Blues Not War“ mit seinem naiven Charme und natürlich musikalischer Extraklasse gefangennimmt. In die gleiche Kerbe schlägt das schwermütige „Girl Back Home“, allerdings zusätzlich noch um eine Slide-Gitarre verstärkt. Die wird ohnehin äußerst geschmackssicher über das Album verteilt und verstärkt – selbstredend vorzüglich eingesetzt – das Southern Rock-Feeling.

Nicht alle 12 Songs sind gleich gut, aber jeder enthält etwas, das begeistert. Bei „One More Train To Ride“ etwa ist es die Harmonie aus Slide und Mundharmonika. „Road Dog“ entführt dagegen für ein paar Minuten in die Klangwelt de sseligen Gary Moore. Bei Luther Allisons orgiastischer Ballade „Bad News Is Coming“ das Wurlitzer-Piano, mit dem Kevin McKendree Zitos Saitenspiel kongenial unterstützt und ergänzt.

Das gilt natürlich erst recht für Mike Zito und seinen ältesten Sohn Zach. Die beiden gehen nicht nur zusammen auf Tournee, der Filius übernimmt auf dem autobiographischen „Chip Off The Old Block“ sogar die Hauptrolle und tritt den Beweis an, daß die Kernaussage des Textes, das alte Sprichwort „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, voll zutrifft. Bemerkenswert ist, daß Mike Zito ausgerechnet an diesem Stück nicht mitgeschrieben hat.

„Make Blues Not War“, das auch mit seiner Vielfalt beeindruckt, ist in allen Belangen ein Spitzenprodukt. Allen, die aufgrund seiner Klasse neugierig geworden sind, sei das in Deutschland nicht veröffentlichte „Pearl River“ von 2009 empfohlen. Nicht ganz so rockig, dafür mit noch mehr Tiefe sorgt vor allem der Titelsong für Gänsehaut, bis einem vor Ergriffenheit die Tränen kommen. Unbedingt anhören!

 

HAREM SCAREM – United (EMPIRE-Originalversion)

07. Juni 2017

(Frontiers/Soulfood)

11 Tracks, 45:09 min.

So sehr es mich freute, daß sich HAREM SCAREM nach fünf Jahren zum Rücktritt vom Rücktritt entschlossen, „Thirteen“ klang irgendwie nicht nach 100 %. Hört man es sich heute an und das neue Werk „United“ direkt danach, merkt man sofort, daß HAREM SCAREM 2017 wieder mehr Feuer haben, mehr Biß. Die kanadischen Melodic-Könige zeigen ein weiteres Mal, wie lebendig Perfektion klingen kann und packen einen vom ersten bis zum letzten Ton. Beides gab es auf „Thirteen“ auch, aber nicht in diesem Ausmaß. Offenbar waren Sänger Harry Hess und Supergitarrist Pete Lesperance diesmal einfach inspirierter beim Komponieren als zuletzt und/oder spielfreudiger im Studio. Ich habe „United“ jetzt schon doppelt so oft gehört wie den Vorgänger und kriege nicht genug von den „gemeinen“ Melodien und den irrwitzigen Licks und Soli von Pete Lesperance, einem der größten Individualisten an der Gitarre, die ich kenne. Sein einzigartiger Stil war auf dem Vorgänger ebenfalls nicht so ausgeprägt. Diesmal war endlich mal wieder ein Fetzer wie das speedige „No Regrets“ möglich. Da bleibt keiner ruhig! Selbst ein in den Strophen recht sperriges Stück wie „Heaven And Earth“ löst sich in einen supereingängigen Refrain auf. Was für ein geiles Gitarrenfill! Und als wäre das alles noch nicht genug, setzt Original-Drummer Darren Smith den Melodie-Knüllern „Bite The Bullet“ und „Things I Know“ (mit dezenten QUEEN-Reminiszenzen) mit seinem charakteristischen Background-Gesang die Krone auf.

Kurz und gut: „United“ ist die reifere, im wahrsten Sinne des Wortes die spielerischere Platte und wirkt wie der große Bruder von „Thirteen“, obwohl es jünger ist. In meiner persönlichen Rangliste steht „United“ auf einer Stufe mit meinen beiden ewigen Faves „Voice Of Reason“ und „Mood Swings“ und ist ein ganz heißer Anwärter auf das Melodic-Album des Jahres! Oder wie es jemand sehr treffend auf Amazon ausdrückte: „Das Kribbeln ist wieder da!“

 

 

CORRODED – Defcon Zero (EMPIRE-Version)

30. Mai 2017

(Despotz Records)

10 Tracks, 49:56 min.

VÖ: 14.4.17

Fünf Jahre seit der letzten Veröffentlichung sind natürlich sehr lang, aber CORRODED haben die Zeit sehr gut genutzt. Sowohl auf diversen Tourneen (z.B. im Vorprogramm von AIRBOURNE) als auch im stillen Kämmerlein beim Komponieren haben die Schweden ihr Profil geschärft. Die Musik fließt wie ein unaufhaltsamer Strom, der jeden Hörer mitreißt.

Anders als auf den drei Vorgängern finden sich auf „Defcon Zero“ keine Durchhänger, ein Überflieger wie „I Will Not“ ist mir aber auch nicht aufgefallen. Dafür wirkt die ganze Platte ungemein kompakt und wuchtig. 2017 klingen CORRODED zudem amerikanischer denn je und sollten in den USA mit dieser Scheibe den Durchbruch schaffen. Speziell mein Favorit „Vessels Of Hate“ ist moderner Hardrock wie aus dem Lehrbuch. „Defcon Zero“ groovt über die vollen 50 Minuten ohne Ende! Und kommt wie bei CORRODED üblich ohne Titelsong daher.