Auf ein Wort!

Oh nein, jetzt treibt sich dieser Spacko auch noch im Netz rum!!! Tut dat Not?!? Aber hallo! Hier gibt es Interviews, Reviews und mehr. Allem gemeinsam: Der ganze Krempel ist komplett von mir! Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muß jeder für sich selbst entscheiden... Was wollt Ihr sonst noch hier sehen? Ideen habe ich reichlich, möchte aber zuerst wissen, was Euch interessiert. Teilt es mir mit, z.B. als Kommentar. Spezielle Fragen zu mir und meiner Arbeit, Lob und Kritik aller Art ("Wie besoffen muß man sein, um so einen Mist zu verzapfen?") - egal was. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt... Haut rein, Ihr Eierbären! Michael P.S. Das Copyright aller Texte auf dieser Seite liegt ausschließlich bei Michael Schübeler.

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ERIK NORLANDER – Music Machine

(Transmission Records/Point Music) 2 CD, 106:17 min. (CD1: 11 Tracks, 51:47 min.; CD2: 10 Tracks, 54:30 min.) Wenn ein neuer Release aus dem Norlander-Umfeld ansteht, sei es nun LANA LANE, ROCKET SCIENTISTS oder ein Solo-Streich, müssen sich alle anderen Prog-Kapellen warm anziehen. Gibt sich dann noch Erik „Master Of The Game“ Norlander höchstselbst die Ehre, [...]

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Aktuelle Interviews

ERIK NORLANDER – Music Machine

20. August 2014

(Transmission Records/Point Music)

2 CD, 106:17 min. (CD1: 11 Tracks, 51:47 min.; CD2: 10 Tracks, 54:30 min.)

Wenn ein neuer Release aus dem Norlander-Umfeld ansteht, sei es nun LANA LANE, ROCKET SCIENTISTS oder ein Solo-Streich, müssen sich alle anderen Prog-Kapellen warm anziehen. Gibt sich dann noch Erik „Master Of The Game“ Norlander höchstselbst die Ehre, kann man von vorneherein von einem Klassewerk ausgehen. Und wenn er dann zu allem Überfluß auch noch mit einer Doppel-CD ankommt, wird die Konkurrenz ganz blaß um die Nase.

Auf „Music Machine“ erzählt Erik in 21 Kapiteln die Geschichte von Johnny America, DEM amerikanischen Rockstar. Obwohl etwa „The Fall Of the Idol“ bereits vom Titel her Rückschlüsse auf den Inhalt zuläßt, ist es ohne Textblatt doch schwer, etwas Definitives zum Verlauf der Handlung zu sagen.

Wenden wir uns stattdessen lieber der Musik zu: Erik Norlander hat ja immer schon gerne viele Musiker zur Realisierung seiner künstlerischen Ideen um sich geschart, aber bei diesem Projekt schießt er mit insgesamt 11 Mitstreitern den Vogel ab. Statt eines gigantischen Namedroppings möchte ich an dieser Stelle jedoch lieber etwas näher auf die herausragendsten Musiker und die auffälligsten Stücke eingehen.

Für mein Empfinden setzen die Sänger – selbstredend flankiert von vorzüglichen Instrumentalisten – die stärksten Akzente auf „Music Machine“. Da ist zunächst Kelly Keeling, der hier seine bisherige Glanzleistung vom letzten HEAVEN AND EARTH-Album klar in den Schatten stellt. Lana Lane (die in Ermangelung einer weiblichen Rolle an dieser Produktion übrigens nicht mitgewirkt hat) meinte dazu nur: „Man kann einen Sänger einfach nur produzieren oder seine Stärken herausstellen…“ Dies ist Erik, der die insgesamt 106 Minuten Musik wie gewohnt im Alleingang geschrieben, aufgenommen und produziert hat, wieder einmal mit Bravour gelungen. Allein auf „Beware The Vampires“ ist Kellys Gesang schlicht ehrfurchtgebietend.

Dann haben wir Scott Kail, eine Entdeckung Norlanders. Er ergänzt sich ausgezeichnet mit Keeling, beide bringen mit ebensoviel Kraft wie Emotion viel Spannung in die Geschichte.

Auch Erik versucht sich bei „The Fire Of Change“ als Sänger. Viel Zutrauen scheint er in seine Fähigkeiten indes nicht zu haben. Jedenfalls hat er seine Stimme fast völlig hinter Effekten versteckt, schade. Dafür fährt er eine beeindruckende Bandbreite unterschiedlichster Keyboard- und Synthesizersounds auf und kreiert mit ihnen abgefahrene oder einfach nur schöne, fast durchweg aufregende Klangwelten. Das „fast“ bezieht sich auf mein subjektives Gefühl, daß einige Instrumentalpassagen sowohl in den Stücken mit als auch ohne Gesang zu sehr ausgedehnt wurden. Beim zehnminütigen Epilog „Sky Full Of Stars“ hat Erik es für meinen Geschmack übertrieben: Es geht immer weiter, obwohl die musikalische Aussage bereits gemacht wurde. Egal, langweilig wird es trotzdem nie.

Was nun die Songs betrifft, so muß auf CD 1 auf jeden Fall „Lost Highway“ hervorgehoben werden. Das Teil hat nichts mit dem gleichnamigen Kultfilm zu tun, sondern ist vielmehr ein waschechtes Bluesstück! Eine Granate!! An Klampfe (Welch herrlich singender Ton!) und Gesang: Donal „Buck Dharma“ Roeser von BLUE OYSTER CULT!!! So etwas gab es von Norlander bislang nicht zu hören, und dann gleich in einer solchen Extraklasse – großes Kompliment!

Auf dem zweiten Silberling stellen das erwähnte „The Fire Of Change“ und „Johnny America“ in ihrer Vielschichtigkeit kleine Meisterwerke dar. Und als Gegenpol dann das rasante „The Fall Of The Idol“…

Mit „Music Machine“ fügt Erik Norlander dem Progressive Rock zwar keine neue Facette hinzu, festigt jedoch mit einer souveränen (Mannschafts-)Leistung ganz klar seine Stellung als eine der treibenden Kräfte des modernen Progressive Rock. Völlig zu Recht von YES-Tasten-Ikone Rick Wakeman mit Linernotes geadelt!

Dieses Review erschien im METAL OBSESSION #13 und auf Amazon.de

LANA LANE – Covers Collection

19. August 2014

(Transmission Records/Point Music)

11 Tracks, 60:49 min.

Der Name LANA LANE steht seit nunmehr 10 Jahren nicht nur für edelsten Prog Rock, sondern auch für brillant umgesetzte Coverversionen. Egal ob es sich um MARILLION, David Bowie oder SUPERTRAMP handelte, die Sängerin und ihre wechselnden Mitmusiker verstanden es stets, den Stücken ihren unverwechselbaren Stempel aufzudrücken, sie sogar zu ihren eigenen zu machen. Zuletzt zeigte das weltbekannte „Time To Say Goodbye“, wie selbstbewußt und dabei respektvoll und sensibel Lana und Erik „Master Of The Game“ Norlander an die Werke anderer Künstler herangehen.

Und nun also ein ganzes Album voller Fremdkompositionen. Bei Namen wie QUEEN, RAINBOW, SCORPIONS oder LED ZEPPELIN schnalzt jeder Musikliebhaber mit der Zunge. Es heißt, bei Covers gäbe es zwei Möglichkeiten: Entweder so original wie möglich nachspielen oder etwas völlig anderes, Neues daraus machen.

LANA LANE entscheiden sich für keine von beiden. Sie halten sich einerseits eng an die Vorlage, verändern jedoch die Instrumentierung teilweise radikal. Mit einem Mal offenbaren Stücke, die man in- und auswendig kennt, ungewöhnliche, faszinierende, wunderschöne Gesichter. Wie „Still Loving You“, bei dem einige Gitarrenparts von einer Viola gespielt werden. Dieser im Grunde kleine Kniff, auf den man aber erst einmal kommen muß, eröffnet einem eine neuartige Perspektive auf Ballade der SCORPIOS, die zwar ungewohnt ist, an die man sich aber trotzdem nicht gewöhnen muß.

Die Interpretationen, allen voran die unglaublich intensive Version von ENUFF Z´NUFFS „Innocence“, sind, auch wenn die Genialität eines „Kashmir“ oder „Stargazer“ natürlich nicht erreicht wird, doch allesamt so vorzüglich geraten, daß man hier im Gegensatz zu anderen Zusammenstellungen, gleich welcher Art, bestimmt keinen Titel überspringt.

Und das Einfühlungsvermögen, das nötig ist, um es so hinzukriegen, wie es hier gleich 11 Mal demonstriert wird, kann man gar nicht genug würdigen.

Dieses Review erschien im METAL OBSESSION #13 und auf Amazon.de

PLANKTON – Plankton

17. August 2014

(Grooveyard Records)

12 Tracks, 58:29 min.

Wenn eine Band rein instrumentale Musik macht, befindet sie sich permanent auf einer Gratwanderung. Schafft sie es, ihre Musik so interessant zu gestalten, daß ein Nicht-Musiker den Gesang nicht vermißt? PLANKTON gelingt das in ihren 12 Songs mit fast einer Stunde Spielzeit nicht durchweg, aber doch oft genug, daß man immer wieder gerne in dieses Debüt hineinhört.

Richtig aufregend wird es, wenn die fünf Schweden die Technik hintenanstellen und anfangen zu jammen. Dann entwickelt ihre Musik ein urwüchsiges Feeling, etwas Erdiges, Lebendiges, von dem ich gar nicht genug kriegen kann.

Sehr gut gefallen mir auch die ruhigen Sachen, die ein wenig an Steve Vais Klangzaubereien erinnern. Ein entspannt-jazziges Stück wie „Take Five“, in dem es sogar Hendrix-Anleihen zu bestaunen gibt, vermag indes nicht darüber hinwegzutäuschen, daß diese Digipack-CD zu der Sorte Platten gehört, zu denen man sich besser ein paar Notizen macht, bevor man mit dem Schreiben der Kritik beginnt. Ich fand den Einstieg mit der kernigen Harmonika am Anfang von „Zeitgeist“, dessen träger, baßdominierter Mittelteil mich ebenfalls sofort in seinen Bann zog. Überhaupt der Baß: Egal ob locker durchfedernd („Groovedawg“) oder blubbernd wie im verspielten Opener „Varlevitation“ – Tomas Thorberg setzt sein Instrument äußerst abwechslungsreich ein.

Neben Altmeister Hendrix und Mr. Vai sind die beiden Bandgründer, die Gitarristen Christian Neppenström und Emil Fredholm, offenbar noch von einem dritten Supergitarristen beeinflußt worden: Steve Morse. Beim vierten Titel „Elephantman“ mußte ich erstmals an dessen Solo-Album „Stand Up“ denken. Das folgende „I´m Not An Animal“, eine der stärksten Nummern, erinnert in seiner Melodieführung sogar noch stärker an den DEEP PURPLE- und DIXIE DREGS-Saitenmagier.

Zu den weiteren Höhepunkten sind auf jeden Fall „Jorm“ (fließt zuerst ruhig dahin, wird im Mittelteil kräftiger, um schließlich leise auszuklingen) und das bereits erwähnte „Groovedawg“ mit seinem furiosen Finale zu zählen. Diesen Standard erreichen die beiden letzten Lieder leider nicht. „Living Room Jam“ und „Universal Walkabout“ sind erstens zu lang und zweitens vom Ablauf her zu monoton.

Die Zielgruppe für die Musik von PLANKTON dürfte zahlenmäßig zwar sehr begrenzt sein, doch kann sie sich – wie auch jeder andere Aufgeschlossene – auf ein ungewöhnliches, interessantes Klangerlebnis freuen. Zumal jeder von dieser Reise andere Erkenntnisse mitbringen dürfte…

Dieses Review erschien im METAL OBSESSION #13 und auf Amazon.de