Auf ein Wort!

Oh nein, jetzt treibt sich dieser Spacko auch noch im Netz rum!!! Tut dat Not?!? Aber hallo! Hier gibt es Interviews, Reviews und mehr. Allem gemeinsam: Der ganze Krempel ist komplett von mir! Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muß jeder für sich selbst entscheiden... Was wollt Ihr sonst noch hier sehen? Ideen habe ich reichlich, möchte aber zuerst wissen, was Euch interessiert. Teilt es mir mit, z.B. als Kommentar. Spezielle Fragen zu mir und meiner Arbeit, Lob und Kritik aller Art ("Wie besoffen muß man sein, um so einen Mist zu verzapfen?") - egal was. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt... Haut rein, Ihr Eierbären! Michael P.S. Das Copyright aller Texte auf dieser Seite liegt ausschließlich bei Michael Schübeler.

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TARJA – The Brightest Void (EMPIRE-Version)

(Ear Music/Edel) 9 Tracks, 43:47 min. VÖ: 3.6.16 Wenn eine Band zu viel Material für ein einzelnes Album hat, wird gerne eine Bonus-CD daraus gemacht, die der – natürlich streng limitierten – Erstauflage der neuen Platte beigefügt ist. Oder der Überschuß verschwindet in der Schublade, um später als exklusive Songs eine „Best Of“ aufzufüllen, die [...]

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TARJA – The Brightest Void (EMPIRE-Version)

18. Juni 2016

(Ear Music/Edel)

9 Tracks, 43:47 min.

VÖ: 3.6.16

Wenn eine Band zu viel Material für ein einzelnes Album hat, wird gerne eine Bonus-CD daraus gemacht, die der – natürlich streng limitierten – Erstauflage der neuen Platte beigefügt ist. Oder der Überschuß verschwindet in der Schublade, um später als exklusive Songs eine „Best Of“ aufzufüllen, die zur Überbrückung einer längeren Pause oder schlicht der Vertragserfüllung dient.

Tarja Turunen macht es anders: Mit den Worten „The Brightest Void“ ist mehr als ein Vorgeschmack auf „The Shadow Self“, es ist ein eigenständiges Album.“ und „Die beiden Alben sind zwar sehr stark miteinander verwoben, stehen aber gleichzeitig unabhängig voneinander.“ wird sie im Info zitiert. Dieser Silberling, zwei Monate vor dem Hauptwerk veröffentlicht, soll also ausdrücklich keine Bonus-CD sein, kommt dummerweise aber wie eine rüber. Die Songs wirken zusammengewürfelt – wie Überbleibsel eben. Ab „Shameless“, als man schon gar nicht mehr damit rechnet, gewinnt die Musik plötzlich deutlich an Spannung. Da ist allerdings bereits das sechste von neun Stücken erreicht, und das reicht dann nicht mehr, um diesen Release als Ganzes noch in den grünen Bereich zu hieven. Oder vielleicht ganz knapp doch, denn Tarjas Version von Paul McCartneys „House Of Wax“ mit Cello statt Gitarre ist unfaßbar gut!

Schaut man sich die von dieser CD verfügbaren Titel auf YouTube an, wird das Dilemma deutlich: „Eagle Eye“, der James Bond-Song „Goldfinger“ (dem vom unpassenden Schlagzeug jeglicher Zauber weggehämmert wird) und das bereits vom „The Beauty And The Beat“-Album bekannte „Witch Hunt“ reißen live viel mehr mit, entfalten ihre volle Wirkung, die weit intensiver ist, als die Studioversionen vermitteln (können?), vor allem mit Orchester.

Auch Tarjas Passion für Filmmusik erweist sich beim reinen Hören als Bumerang: „An Empty Dream“ benötigt zwingend Bilder, um das ganze Potenzial der Komposition offenzulegen. Ohne visuelle Unterstützung geht das Lied völlig unter! Der Unterschied ist frappierend!

Was ist mit den anderen Songs? Der ersten Single „No Bitter End“ fehlt ein Höhepunkt. Tarja mag das Stück, weil es das Bandfeeling zurückgebracht hat, das ihr zuletzt fehlte. Ich vermisse darin eine Wendung, etwas Aufregendes. Mit ihrem Landsmann Michael Monroe singt die Finnin „Your Heaven And Your Hell“. Ich habe das Gefühl, er versucht besonders schnoddrig rüberzukommen – manche sagen „lustlos“ -, was nicht funktioniert. Dafür sind die Mundharmonika und die Sax-Spritzer cool! Mit „Paradise (What About Us?)“ von WITHIN TEMPTATION mit Tarja als Gastsängerin gibt es zum Abschluß ein zeitlos schönes Stück symphonischer Musik zu hören.

Während ich diese Zeilen schreibe, bösendorfert sich Tori Amos bei der wunderbar intimen Baloise Session auf ZDFkultur in Ekstase. Darin offenbart sich ein weiterer Unterschied zu „The Brightest Void“, obwohl Tarja ihre Kunst nicht weniger leidenschaftlich betreibt. Am Ende kommt es darauf an, was dein Herz erreicht. Vielleicht ist meines für das aktuelle Schaffen der Wahl-Argentinierin zu kalt?

Dieses Review erscheint im EMPIRE #117 (3/16)

 

TARJA – The Brightest Void (Originalversion)

18. Juni 2016

(Ear Music/Edel)

9 Tracks, 43:47 min.

VÖ: 3.6.16

Wenn eine Band zu viel Material für ein einzelnes Album hat, wird gerne eine Bonus-CD daraus gemacht, die der – natürlich streng limitierten – Erstauflage der neuen Platte beigefügt ist. Oder der Überschuß verschwindet in der Schublade, um später als exklusive Songs eine „Best Of“ aufzufüllen, die zur Überbrückung einer längeren Pause oder schlicht der Vertragserfüllung dient.

Tarja Turunen macht es anders: Mit den Worten „„The Brightest Void“ ist mehr als ein Vorgeschmack auf „The Shadow Self“, es ist ein eigenständiges Album.“ und „Die beiden Alben sind zwar sehr stark miteinander verwoben, stehen aber gleichzeitig unabhängig voneinander.“ wird sie im Info zitiert. „The Brightest Void“, zwei Monate vor „The Shadow Self“ veröffentlicht, soll also ausdrücklich keine Bonus-CD sein, kommt dummerweise aber wie eine rüber. Die Songs wirken zusammengewürfelt – wie Überbleibsel eben. Ab „Shameless“, als man schon gar nicht mehr damit rechnet, gewinnt die Musik plötzlich deutlich an Spannung. Da ist allerdings bereits das sechste von neun Stücken erreicht, und das reicht dann nicht mehr, um diesen Release als Ganzes noch in den grünen Bereich zu hieven. Oder ganz knapp doch, denn Tarjas Version von Paul McCartneys „House Of Wax“ mit Cello statt Gitarre ist unfaßbar gut!

Schaut man sich die von dieser CD verfügbaren Titel auf YouTube an, wird das Dilemma deutlich: „Eagle Eye“, der James Bond-Song „Goldfinger“ (dem hier wegen dem unpassenden Schlagzeug jeglicher Zauber fehlt) und das bereits vom „The Beauty And The Beat“-Album bekannte „Witch Hunt“ reißen live viel mehr mit, entfalten ihre volle Wirkung, die weit intensiver ist, als die Studioversionen vermitteln (können?), vor allem mit Orchester.

Auch Tarjas Passion für Filmmusik erweist sich beim reinen Hören als Bumerang: „An Empty Dream“ benötigt zwingend Bilder, um das ganze Potenzial der Komposition offenzulegen. Ohne visuelle Unterstützung geht das Lied völlig unter!

Was ist mit den anderen Songs? Der ersten Single „No Bitter End“ fehlt ein Höhepunkt, eine Wendung, etwas Aufregendes. Mit ihrem Landsmann Michael Monroe singt die Finnin „Your Heaven And Your Hell“. Ich habe das Gefühl, er versucht besonders schnoddrig rüberzukommen – manche sagen „lustlos“ -, was nicht funktioniert. Dafür sind die Mundharmonika und die Sax-Spritzer cool! Mit „Paradise (What About Us?)“ von WITHIN TEMPTATION mit Tarja als Gastsängerin gibt es zum Abschluß ein zeitlos schönes Stück Musik zu hören.

Während ich diese Zeilen schreibe, bösendorfert sich Tori Amos bei der wunderbar intimen Baloise Session auf ZDFkultur in Ekstase. Darin offenbart sich ein weiterer Unterschied zu „The Brightest Void“, obwohl Tarja ihre Kunst nicht weniger leidenschaftlich betreibt. Am Ende kommt es darauf an, was dein Herz erreicht. Vielleicht ist meines zu kalt?

 

REDEMPTION – The Art Of Loss (EMPIRE-Version)

06. Juni 2016

(Metal Blade/Sony)

9 Tracks, 75:54 min.

VÖ: 26.2.16

Es ist immer ein Freudentag, wenn ein neues Werk von REDEMPTION ansteht. Das aktuelle, bereits sechste beschäftigt sich nach der auf dem Vorgänger „This Mortal Coil“ verarbeiteten – und Gott sei Dank überwundenen – Leukämieerkrankung von Bandkopf Nick van Dyk mit „der Kunst des Verlustes“. Ein unglücklicherweise nur zu passender Titel, hat doch Gitarrist Bernie Versailles einen Hirnschlag erlitten und lag sogar zeitweise im Koma. Mittlerweile befindet er sich zwar auf dem Weg der Besserung, konnte aber an „The Art Of Loss“ natürlich nicht mitwirken.

Als Verbeugung vor seinem Freund hat Van Dyk wahrlich hochkarätigen „Ersatz“ gefunden: Mit Chris Poland, Marty Friedman und Chris Broderick sind gleich drei ehemalige MEGADETH-Gitarristen auf diesem Silberling zu hören – auf „Thirty Silver“ sogar alle gemeinsam! Nicht zu vergessen der Italiener Simone Mularoni von DGM, einer der besten unbekannten Progressive Metal-Bands.

Aber was zählt sind die Songs, und die sind derart überragend, daß mir schlicht die Worte fehlen. Allmählich gehen mir die Adjektive aus! Im Ernst, wo soll ich anfangen? Die Keyboard- und Pianomelodien bringen einen immer wieder zum Abheben, was Drummer Chris Quirarte auf seinem Kit abzieht, ist nicht von dieser Welt, und Ray Alders Gesangslinien zwingen selbst den sperrigen Titelsong ins Ohr. Ich habe den Zugang zu diesem am meisten kritisierten Stück durch die angesichts der Komplexität der Musik geniale Vocalline und das Wort „happy ending“ gefunden, das ein halbes Dutzend Mal im Text auftaucht. Den leichtesten Einstieg bildet freilich das Melodiewunder „That Golden Light“. Wieder mal ohne Worte! Danach kommt der Rest von ganz alleine… Selbst dem WHO-Cover „Love Reign O´er Me“ mit Gastsänger John Bush von ARMORED SAINT verpassen diese Teufelskerle ihre eigene Note!

Der Höhepunkt von „The Art Of Loss“ ist erstaunlicherweise nicht „At Day´s End“ (in dem es 23 Minuten lang letztlich nur um eines geht: Liebe), sondern „Hope Dies Last“: Permanente, mehr als einmal fast unerträgliche Spannung mit einem sich selbst übertreffenden Ray Alder. Und die Zeile „Put faith in enemies more than in friends – they´re much less likely to betray.“ hat einer guten Freundin tagelang Stoff zum Nachdenken gegeben…

Die geilsten 75 Minuten des Jahres? Na, besser wird es jedenfalls nicht! „The Art Of Loss“ begeistert mit jeder Note, kann sich mit DREAM THEATERS Referenzwerk „Images And Words“ messen und wird jeden Liebhaber anspruchsvoller Musik in den Wahnsinn treiben!

Was jedoch absolut nicht mit dem Vorgänger mithalten kann, ist die Bonus-CD. Klar, die detailverliebt und auch optisch originell umgesetzten Coversongs auf „This Mortal Coil“ waren kaum zu toppen, aber der Sinn der gleich zwei Mixe von „Thirty Silver“ plus eines weiteren des Titelstücks will sich mir einfach nicht erschließen! Andererseits ist „Say Something“ mit Nicks Tochter Parker so zauberschön – fast unwirklich! Mit der Gänsehaut am ganzen Körper verfliegen alle Zweifel!

Obwohl ich in diesen paar Zeilen nur einige wenige Punkte kurz anreißen konnte (Standardausrede: Redaktionsschluß), ist hoffentlich klargeworden, daß man „The Art Of Loss“ nur auf eine Weise gerecht wird: Genau zuhören. Genau lesen. Genau fühlen.