Auf ein Wort!

Oh nein, jetzt treibt sich dieser Spacko auch noch im Netz rum!!! Tut dat Not?!? Aber hallo! Hier gibt es Interviews, Reviews und mehr. Allem gemeinsam: Der ganze Krempel ist komplett von mir! Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muß jeder für sich selbst entscheiden... Was wollt Ihr sonst noch hier sehen? Ideen habe ich reichlich, möchte aber zuerst wissen, was Euch interessiert. Teilt es mir mit, z.B. als Kommentar. Spezielle Fragen zu mir und meiner Arbeit, Lob und Kritik aller Art ("Wie besoffen muß man sein, um so einen Mist zu verzapfen?") - egal was. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt... Haut rein, Ihr Eierbären! Michael P.S. Das Copyright aller Texte auf dieser Seite liegt ausschließlich bei Michael Schübeler.

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ELEPHANTS OF SCOTLAND – Execute And Breathe (EMPIRE-Version)

(Eigenproduktion) 8 Tracks, 47:54 min. VÖ: 1.4.14 ELEPHANTS OF SCOTLAND. Der Name macht gleich neugierig. Klar warum, oder? Dann das Cover. Das Artwork ist der Wahnsinn! Das Motiv will bestimmt mancher sofort als T-Shirt oder Poster haben (Ich zum Beispiel…). Das erste Album „Home Away From Home“ aus dem letzten Jahr beinhaltete klassischeren Neo Prog [...]

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Aktuelle Interviews

ELEPHANTS OF SCOTLAND – Execute And Breathe (EMPIRE-Version)

28. August 2014

(Eigenproduktion)

8 Tracks, 47:54 min.

VÖ: 1.4.14

ELEPHANTS OF SCOTLAND. Der Name macht gleich neugierig. Klar warum, oder? Dann das Cover. Das Artwork ist der Wahnsinn! Das Motiv will bestimmt mancher sofort als T-Shirt oder Poster haben (Ich zum Beispiel…). Das erste Album „Home Away From Home“ aus dem letzten Jahr beinhaltete klassischeren Neo Prog als jetzt „Execute And Breathe“.

Obwohl sich das Quartett aus Vermont/Neuengland ein Stück weit von der „reinen Lehre“ entfernt hat, haben die Musiker ihren Stil nicht verändert. Aber sie haben aus 6 Songs in 42 Minuten 8 Songs in 48 Minuten gemacht. Das bedeutet weniger Wiederholungen, einzelne Parts werden nicht mehr so exzessiv ausgewalzt.

Musikalisch lassen sich SAGA und vor allem RUSH zu „Roll The Bones“-Zeiten als Vergleich heranziehen, garniert mit Synthies, die das Flair von „Signals“ umweht. Auch MAN ON FIRE fallen mir ein. EOS klingen freilich weniger elektronisch, haben mit Greg Skillman aber ebenfalls einen externen Texter. Ich lasse mich entrückt grinsend von den schwebenden Melodien davontragen. Beste Beispiele für die Weiterentwicklung gerade in diesem Bereich sind „Amber Waves“ und „Boxless“. Ich behaupte mal, das war 2013 noch nicht möglich. Der Lohn: Diese beiden Titel hört man sich gerne mehrmals hintereinander an. In dieser Hinsicht die besten Stücke, die EOS bis jetzt geschrieben haben.

Auch die Texte (auf elephantsofscotland.com zu finden) sind leichter nachzuvollziehen und längst nicht mehr so kryptisch wie auf dem Erstlingswerk. Für Zeilen à la „Amber eats the sky“ habe ich nun mal ein Faible…

Dieses Review erscheint im EMPIRE #107

THE DEADSTATION – Episode 01: Like Peering Into The Deepest Ocean Abyss

28. August 2014

(AetheriusMusic)

8 Tracks, 31:38 min.

Bereits seit Mai 2012 als kostenloser (!) Download verfügbar, ist „Episode 01: Like Peering Into The Deepest Ocean Abyss“ über die Bandhomepage thedeadstation.com nun auch als physischer Tonträger erhältlich. Die 7 Nummern mit einer Spielzeit von ca. 30 Minuten werden vom Intro „Hundred Foot Drop“ ins Rennen geschickt. Dessen 1:25 Minuten führen einen gleich mal in die Irre: Es könnte auf der „Disconnected“-CD von FATES WARNING stehen, doch was darauf folgt, geht mehr in Richtung der melodiösen Anwandlungen von Devin Townsend. Dessen bis dahin mit Abstand eingängigstes Werk, „Ocean Machine“ von 1997, erscheint mir die naheliegendste Referenz, um die Musik von THE DEADSTATION zu beschreiben: Durchgestylt, kristallklar und auch kalt, aber nicht abweisend. Ständig flirren Sounds und Stimmen durch den Raum, verwirren und fesseln gleichermaßen. Harte Drums und unaufhörlich fließende Synthieströme packen einen, und man weiß gar nicht genau warum.

Laut Bandkopf Shjon Thomas ist THE DEADSTATION nicht nur der Name des Trios, sondern auch eines fiktiven Radiosenders, und jede Veröffentlichung stellt eine komplette Sendung dar. Aha, deshalb also „Episode 01“! Das nenne ich mal ´ne originelle Idee! Wie Covermotiv und Farbgebung bereits verraten, geht es da wohl um Lebensberatung und gaaaanz schwere Probleme. Beispiel? Bitte schön: „Blank – Computer – Screen, Skin – Turning – Pale, Semi-Conscious, Half-Awake, Fear – Of – The – Unknown“. Definitiv kein Kindergeburtstag! Und genauso stakkatomäßig, wie ich es hier dargestellt habe, wird auch gesungen, zusätzlich noch mit ordentlich Hall drauf.

„Masters Of Progressive Metal“, wie ein Webzine jubelt, ist zwar ziemlich übertrieben, aber „Episode 01: Like Peering Into The Deepest Ocean Abyss“ (Huuuu!) ist ein Erlebnis, das sich zum Trip ausweiten kann. Wenn man sich darauf einläßt!

Dieses Review erschien im EMPIRE #107

 

SANTANA – Corazón (Amazon-Version)

27. August 2014

(RCA/Sony Music)

15 Tracks, 57:49 min.

VÖ: 2.5.14

Über Carlos Santanas 22. Studio-Album wird im Netz gehörig gestritten, und das durchaus zu Recht. Dann wiederum aber auch nicht, weil die meisten der 12 bzw. 15 Songs auf „Corazón“ („Herz“) gut bis sehr gut sind und mit ansteckender Spielfreude dargeboten werden, die einen gerne über manches hinwegsehen läßt. Zuviel Fremdmaterial, zu wenig Eigenkompositionen? Stimmt, aber das kann ich kaum kritisieren, weil es mich nicht stört (Zugegeben, daß ich die Originale nicht kenne, hilft dabei…). Aber „Iron Lion Zion“ zum Beispiel ist auf keinem regulären Studio-Album von Bob Marley veröffentlicht worden, also sehe ich da kein Problem, zumal Ziggy Marley hier dabei ist und alles gibt. Selbst „Oye 2014“, quasi ein Nochmal-Cover von „Oye Como Va“ vom legendären „Abraxas“-Album von 1970, finde ich mit seinem aktualisierten Text und mindestens genauso moderner Musik längst nicht so übel wie viele Käufer. Für mich klingen beide Songs warm und voll und einfach klasse. Unter anderem durch die über das ganze Album hinweg immer wieder geschmackvoll eingesetzten Bläser sprühen sie vor Lebensfreude („Mal Bicho“!).

Zu viele Duette und Kollaborationen mit gestandenen und/oder zufälligerweise gerade angesagten Künstlern? Hier muß man differenzieren: Alles KANN einem allein von der reinen Anzahl an Mitwirkenden her gar nicht gefallen. Klar kann man sich fragen, ob Gloria Estefan nichts außer Balladen singen will oder kann oder darf. Klar kann man sagen, daß Rap auf einer SANTANA-CD nichts zu suchen hat und deshalb Pitbull scheiße finden, aber ist das der Punkt? Ich finde nicht. Aus meiner Sicht als Nicht-Die Hard-SANTANA-Fan ist „Corazón“ nicht bloß „Supernatural“ auf Spanisch. Mit dem Spruch „SANTANAS erstes spanisches Album“ zu werben ist ohnehin irreführend; das verhindert allein schon die Spitzenkomposition „Feel It Coming Back“ (Das spanische Pendant „Amor Correspondido“ ist übrigens eines der drei Bonusstücke auf der „Deluxe Version“.). Und „Indy“. Und „Margarita“.

Carlos spielt für meinen Geschmack das eine oder andere Fill zuviel, und ein paar ungelenke Ausblendungen sind mir negativ aufgefallen, aber das war´s von meiner Seite. Dagegen steht beispielsweise das herrlich schleichende „Yo Soy La Luz“ mit begeisternd improvisiertem Mittelteil. Das ist genau das, was man von Carlos Santana hören will – und ist doch froh, daß er immer wieder andere Stile aufgreift. Oder der sehr rockige Auftakt „Saideira“. Oder „Margarita“: Latin Rock in Vollendung. Perfekt intoniert und inszeniert, um den Erfolg zu gewährleisten, aber selten kalt und nie steril. Wer es lieber poppig-folkloristisch mag, wird mit „La Flaca“, „Indy“ und herrlichen Schmachtballaden hervorragend bedient.

Im „Making Of“ (31 Minuten) zollen die Beteiligten der Ikone Santana ihren Respekt, ohne dabei in blinder Anbetung zu erstarren. Der pure Spaß am gemeinsamen Spielen kommt mindestens ebenso zum Ausdruck. Der Grundgedanke „Im Herzen sind wir alle eins“ wird dem Betrachter unverfälscht vermittelt und beeindruckt entsprechend.

Wer mit SANTANA generell nichts anfangen kann, hört sicher auch in „Corazón“ nicht rein. Alle anderen werden auf einige der neuen Lieder nicht mehr verzichten wollen. Denn, wie Carlos auf der DVD sagt: „Wir haben viel Liebe hineingesteckt.“ Und Herz. Und daraus entsteht die Magie der Musik. Das ist alles was zählt. Und deshalb ist „Corazón“ zwar kein Klassiker, aber allemal ein Klassealbum.

Dieses Review erschien auf Amazon.de