Auf ein Wort!

Oh nein, jetzt treibt sich dieser Spacko auch noch im Netz rum!!! Tut dat Not?!? Aber hallo! Hier gibt es Interviews, Reviews und mehr. Allem gemeinsam: Der ganze Krempel ist komplett von mir! Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muß jeder für sich selbst entscheiden... Was wollt Ihr sonst noch hier sehen? Ideen habe ich reichlich, möchte aber zuerst wissen, was Euch interessiert. Teilt es mir mit, z.B. als Kommentar. Spezielle Fragen zu mir und meiner Arbeit, Lob und Kritik aller Art ("Wie besoffen muß man sein, um so einen Mist zu verzapfen?") - egal was. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt... Haut rein, Ihr Eierbären! Michael P.S. Das Copyright aller Texte auf dieser Seite liegt ausschließlich bei Michael Schübeler.

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SOLITUDE – Virtual Image

(Spiritual Beast/Japaneigenveröffentlichung)
6 Tracks, 36:38 min.
“Virtual Image” ist zwar alles andere als ein neues Album, aber da es in Deutschland trotz Feature auf der vierten “Metal Crusade”-CD des HEAVY, ODER WAS!? bislang nicht vertrieben wird, dürften nur wenige mit dem Namen SOLITUDE etwas anfangen können.
Wie die meisten japanischen Gruppen sind auch diese Jungs musikalisch allererste Sahne. [...]

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SOLITUDE – Virtual Image

Dienstag, 17. August 2010

(Spiritual Beast/Japaneigenveröffentlichung)

6 Tracks, 36:38 min.

“Virtual Image” ist zwar alles andere als ein neues Album, aber da es in Deutschland trotz Feature auf der vierten “Metal Crusade”-CD des HEAVY, ODER WAS!? bislang nicht vertrieben wird, dürften nur wenige mit dem Namen SOLITUDE etwas anfangen können.

Wie die meisten japanischen Gruppen sind auch diese Jungs musikalisch allererste Sahne. Die komplett von Gitarrist Shingo Ida geschriebenen Instrumentalstücke “Requiem Of The Kingdom” (2:12) und “Beyond The Storm” (4:04) kommen gut, ich verspüre keinen Drang, sie zu überspringen.

Trotzdem sind die 4 Nummern mit Gesang besser, auch wenn sich gerade an den Vocals die Geister scheiden werden. Akira Sugiuchi (spielte zusammen mit Basser Toru Nishida vorher bei SACRIFICE) besitzt eine extrem rauhe, Lemmy-artige Röhre, die man eher einer Thrashcombo zuordnen würde. SOLITUDE zocken jedoch Power Metal, obendrein stark europäisch angetitscht. Ich find´s cool, dürfte aber wie gesagt nicht jedermanns Sache sein, im ungünstigsten Fall sogar nerven.

Um so einhelliger dürfte hingegen die Begeisterung über die Musik ausfallen. Der Opener “Virtual Image” (7:13) fährt gleich mit DEM Powerriff überhaupt auf - MUSS man gehört haben!!! (Die Möglichkeit dazu bietet besagter Sampler!) Zum genußsteigernden Glück wird der Lauf oft wiederholt, dabei in der Geschwindigkeit schön variiert. Und gleich nochmal…

“Two Faced In My Soul” glänzt mit einem (diesmal klar gespielten) Riff, das sich sofort im Ohr festsetzt. Super gemacht! Akira singt hier phasenweise gemäßigter und kann damit ebenfalls gefallen. Bei “You Wish” kam mir vom Riffing her ANNIHILATORS “King Of The Kill”-Album in den Sinn. SOLITUDE verarbeiten somit also durchaus nicht nur europäische Einflüsse, was der Vielseitigkeit zugute kommt.

Die letzte Nummer “Eagle Fly” (7:17) ist vom Gesang her die zugänglichste, musikalisch mit vielen unterschiedlichen Parts einmal mehr vom Feinsten. Die Bandhymne, auch wenn mein persönlicher Favorit weiterhin “Virtual Image” heißt.

Eine ausgezeichnete Platte, die zudem mit  einem von Produzent Fuyuhiko Inui ausgetüftelten Supersound punktet, auch wenn es kein vollständiges Album ist.

Bezug ist für 15 € bei folgenden Mailorders möglich:

Hellion Records (hellionrecords.de)

Remedy Records (remedyrecords.de)  

Dieses Review erschien im METAL OBSESSION #15

MELISSA ETHERIDGE – Hello Happiness (FOCUS-Version)

Sonntag, 15. August 2010

In sich selbst ruhend beschreibt Melissa Etheridge im Titelsong ihres zehnten Albums “Fearless Love” genau das: den Idealzustand einer Liebe ohne Angst.

 

Zwei Ereignisse verändern das Leben eines Menschen von Grund auf: die Geburt eines Kindes und eine schwere Erkrankung. Ähnlich wie Chris Rea, der seit seiner lebensbedrohlichen Bauchspeicheldrüsenoperation dem Blues frönt, scheint die niederschmetternde Diagnose Brustkrebs die Kämpferin Melissa Etheridge musikalisch befreit zu haben. Im Lebensspiegel “The Aeakening” wurden wir Zeugen, wie sie  die Fesseln sprengte. Darüber hinaus faszinierte der musikalische Streifzug durch das bewegte Leben der Künstlerin mit seiner einmaligen Kombination aus Leichtigkeit und Tiefe (und bescherte uns fast beiläufig mit “The Kingdom Of Heaven” die wohl ergreifendste 9/11-Bewältigung).

 

Düsteres, Paradiesisches und irdische Träume

Wie dieser Befreiungsschlag weitergeht, kann man nun auf “Fearless Love” nachhören. Etheridge wirkt von ihrer neuen Leichtigkeit wie berauscht und pfeift mehr denn je auf Verkaufszahlen und Chartplatzierungen. Erstens kräht nach denen morgen kein Hahn mehr und  zweitens kann man immer nur  einen Ferrari fahren. Für die Oscar- und zweifache Grammy-Gewinnerin zählt jetzt allein die künstlerische Befriedigung. Da verwundert es nicht, daß die musikalische Bandbreite noch einmal größer geworden ist.

Zusammengehalten von auf den ersten Blick simplen Arrangements, die sich bei eingehender Beschäftigung als  umso raffinierter entpuppen, trifft ganz selbstverständlich Düsteres wie das dramatische “To Be Loved” auf den zupackenden Rock von “Company” oder textlich das Paradies (”Heaven On Earth”) auf irdische, allzu menschliche Träume und Sehnsüchte (”Miss California”). Über allem thront das sich behutsam aufbauende, in der zweiten Hälfte unaufhaltsam steigernde “Indiana”, in dem hinter der berückenden Fragilität eben jenes Feuer lodert, das man längst erloschen wähnte.

Wohlig und warm eingebettet in die herrlich ursprüngliche Produktion von Heimkehrer John Shanks zeigt “Fearless Love” mustergültig auf. daß die Qualität der Songs zwar das Entscheidende, aber eben nicht alles ist. Obendrauf gehören solche “Kleinigkeiten” wie Intesität und Feuer bei der Umsetzung im Studio, wenn aus einem qualitativ hochwertigen Album ein Meilenstein werden soll.

Das Mitwirken von Joss Stone und Natasha Bedingfield wertet “Fearless Love” natürlich noch zusätzlich auf. Mit Stone performte  die  damals infolge der Chemotherapie kahlköpfige Etheridge bei den Grammy Awards 2005 Janis Joplins “Piece Of My Heart”.

Dieses Review erschien am 23.4.2010 auf FOCUS ONLINE

MELISSA ETHERIDGE – Hello Happiness (Original-FOCUS-Version)

Sonntag, 15. August 2010

In sich selbst ruhend, beschreibt Melissa Etheridge im Titelsong ihres zehnten Albums “Fearless Love” genau das: den Idealzustand einer Liebe ohne Angst.

 

Zwei Ereignisse verändern das Leben eines Menschen von Grund auf: die Geburt eines Kindes und eine schwere Erkrankung. Ähnlich wie Chris Rea, der seit seiner lebensbedrohlichen Bauchspeicheldrüsenoperation dem Blues fröhnt, scheint die niederschmetternde Diagnose Brustkrebs die Kämpferin Melissa musikalisch befreit zu haben. Im Lebensspiegel “The Awakening” wurden wir Zeugen, wie sie die Fesseln sprengte. Darüber hinaus faszinierte der musikalische Streifzug durch das bewegte Leben der Künstlerin mit seiner einmaligen Kombination aus Leichtigkeit und Tiefe (und bescherte uns fast beiläufig mit “The Kingdom Of Heaven” die wohl ergreifendste 9/11-Bewältigung).

Wie dieser Befreiungsprozeß weitergeht, kann man nun auf “Fearless Love” nachhören. Mehr denn je pfeift die von ihrer neuen Leichtigkeit wie berauscht wirkende Oscar- und zweifache Grammy-Gewinnerin auf Verkaufszahlen und Chartplatzierungen. Erstens kräht nach denen morgen kein Hahn mehr; außerdem kann man immer nur einen Ferrari fahren!Jetzt zählt allein die künstlerische Befriedigung. Da verwundert es nicht, dass die musikalische Bandbreite noch einmal größer geworden ist. Zusammengehalten von auf den ersten Blick simplen Arrangements, die sich bei eingehender Beschäftigung als umso raffinierter entpuppen, trifft ganz selbstverständlich Düsteres wie das dramatische “To Be Loved” auf den zupackenden Rock von “Company” oder textlich das Paradies (”Heaven On Earth”) auf irdische, allzu menschliche Träume und Sehnsüchte (”Miss California”). Über allem thront das sich behutsam aufbauende, in der zweiten Hälfte unaufhaltsam steigernde “Indiana”, in dem hinter der berückenden Fragilität eben jenes Feuer lodert, das man längst erloschen glaubte.

Wohlig und warm eingebettet in die herrlich ursprüngliche Produktion vom ebenfalls Grammy-dekorierten Rückkehrer John Shanks zeigt “Fearless Love” mit seinem für Rock ungewöhnlichen Facettenreichtum mustergültig auf, dass die Qualität der Songs zwar das Entscheidende, aber eben nicht alles ist. Obendrauf gehören solche “Kleinigkeiten” wie Intensität und Feuer bei der Umsetzung im Studio, wenn aus einem qualitativ hochwertigen Album einen Meilenstein werden soll. Shanks trommelte für die Aufnahmen eine komplett neue Mannschaft zusammen, was für eine explosiv-relaxte Spannung sorgt, die man mit keinem technischen Trick der Welt erzeugen könnte.

Das Mitwirken von Joss Stone – mit der die damals infolge der Chemotherapie kahlköpfige Melissa bei den Grammy Awards 2005 Janis Joplins “Piece Of My Heart” performte – und Natasha Bedingfield wertet “Fearless Love” natürlich noch zusätzlich auf – nötig hat dieses vor Energie berstende und doch feingliedrige Reifezeugnis eine derartige prominente Schützenhilfe jedoch nicht im geringsten.

 

CD

Titel Fearless Love

Interpret Melissa Etheridge

Label Island/Universal

VÖ 23.04.10