SOLITUDE – Virtual Image
Dienstag, 17. August 2010(Spiritual Beast/Japaneigenveröffentlichung)
6 Tracks, 36:38 min.
“Virtual Image” ist zwar alles andere als ein neues Album, aber da es in Deutschland trotz Feature auf der vierten “Metal Crusade”-CD des HEAVY, ODER WAS!? bislang nicht vertrieben wird, dürften nur wenige mit dem Namen SOLITUDE etwas anfangen können.
Wie die meisten japanischen Gruppen sind auch diese Jungs musikalisch allererste Sahne. Die komplett von Gitarrist Shingo Ida geschriebenen Instrumentalstücke “Requiem Of The Kingdom” (2:12) und “Beyond The Storm” (4:04) kommen gut, ich verspüre keinen Drang, sie zu überspringen.
Trotzdem sind die 4 Nummern mit Gesang besser, auch wenn sich gerade an den Vocals die Geister scheiden werden. Akira Sugiuchi (spielte zusammen mit Basser Toru Nishida vorher bei SACRIFICE) besitzt eine extrem rauhe, Lemmy-artige Röhre, die man eher einer Thrashcombo zuordnen würde. SOLITUDE zocken jedoch Power Metal, obendrein stark europäisch angetitscht. Ich find´s cool, dürfte aber wie gesagt nicht jedermanns Sache sein, im ungünstigsten Fall sogar nerven.
Um so einhelliger dürfte hingegen die Begeisterung über die Musik ausfallen. Der Opener “Virtual Image” (7:13) fährt gleich mit DEM Powerriff überhaupt auf - MUSS man gehört haben!!! (Die Möglichkeit dazu bietet besagter Sampler!) Zum genußsteigernden Glück wird der Lauf oft wiederholt, dabei in der Geschwindigkeit schön variiert. Und gleich nochmal…
“Two Faced In My Soul” glänzt mit einem (diesmal klar gespielten) Riff, das sich sofort im Ohr festsetzt. Super gemacht! Akira singt hier phasenweise gemäßigter und kann damit ebenfalls gefallen. Bei “You Wish” kam mir vom Riffing her ANNIHILATORS “King Of The Kill”-Album in den Sinn. SOLITUDE verarbeiten somit also durchaus nicht nur europäische Einflüsse, was der Vielseitigkeit zugute kommt.
Die letzte Nummer “Eagle Fly” (7:17) ist vom Gesang her die zugänglichste, musikalisch mit vielen unterschiedlichen Parts einmal mehr vom Feinsten. Die Bandhymne, auch wenn mein persönlicher Favorit weiterhin “Virtual Image” heißt.
Eine ausgezeichnete Platte, die zudem mit einem von Produzent Fuyuhiko Inui ausgetüftelten Supersound punktet, auch wenn es kein vollständiges Album ist.
Bezug ist für 15 € bei folgenden Mailorders möglich:
Hellion Records (hellionrecords.de)
Remedy Records (remedyrecords.de)
Dieses Review erschien im METAL OBSESSION #15