Auf ein Wort!

Oh nein, jetzt treibt sich dieser Spacko auch noch im Netz rum!!! Tut dat Not?!? Aber hallo! Hier gibt es Interviews, Reviews und mehr. Allem gemeinsam: Der ganze Krempel ist komplett von mir! Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muß jeder für sich selbst entscheiden... Was wollt Ihr sonst noch hier sehen? Ideen habe ich reichlich, möchte aber zuerst wissen, was Euch interessiert. Teilt es mir mit, z.B. als Kommentar. Spezielle Fragen zu mir und meiner Arbeit, Lob und Kritik aller Art ("Wie besoffen muß man sein, um so einen Mist zu verzapfen?") - egal was. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt... Haut rein, Ihr Eierbären! Michael P.S. Das Copyright aller Texte auf dieser Seite liegt ausschließlich bei Michael Schübeler.

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SOLITUDE – Virtual Image

(Spiritual Beast/Japaneigenveröffentlichung)
6 Tracks, 36:38 min.
“Virtual Image” ist zwar alles andere als ein neues Album, aber da es in Deutschland trotz Feature auf der vierten “Metal Crusade”-CD des HEAVY, ODER WAS!? bislang nicht vertrieben wird, dürften nur wenige mit dem Namen SOLITUDE etwas anfangen können.
Wie die meisten japanischen Gruppen sind auch diese Jungs musikalisch allererste Sahne. [...]

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Aktuelle Interviews

MELISSA ETHERIDGE – Hello Happiness (Original-FOCUS-Version)

15. August 2010

In sich selbst ruhend, beschreibt Melissa Etheridge im Titelsong ihres zehnten Albums “Fearless Love” genau das: den Idealzustand einer Liebe ohne Angst.

 

Zwei Ereignisse verändern das Leben eines Menschen von Grund auf: die Geburt eines Kindes und eine schwere Erkrankung. Ähnlich wie Chris Rea, der seit seiner lebensbedrohlichen Bauchspeicheldrüsenoperation dem Blues fröhnt, scheint die niederschmetternde Diagnose Brustkrebs die Kämpferin Melissa musikalisch befreit zu haben. Im Lebensspiegel “The Awakening” wurden wir Zeugen, wie sie die Fesseln sprengte. Darüber hinaus faszinierte der musikalische Streifzug durch das bewegte Leben der Künstlerin mit seiner einmaligen Kombination aus Leichtigkeit und Tiefe (und bescherte uns fast beiläufig mit “The Kingdom Of Heaven” die wohl ergreifendste 9/11-Bewältigung).

Wie dieser Befreiungsprozeß weitergeht, kann man nun auf “Fearless Love” nachhören. Mehr denn je pfeift die von ihrer neuen Leichtigkeit wie berauscht wirkende Oscar- und zweifache Grammy-Gewinnerin auf Verkaufszahlen und Chartplatzierungen. Erstens kräht nach denen morgen kein Hahn mehr; außerdem kann man immer nur einen Ferrari fahren!Jetzt zählt allein die künstlerische Befriedigung. Da verwundert es nicht, dass die musikalische Bandbreite noch einmal größer geworden ist. Zusammengehalten von auf den ersten Blick simplen Arrangements, die sich bei eingehender Beschäftigung als umso raffinierter entpuppen, trifft ganz selbstverständlich Düsteres wie das dramatische “To Be Loved” auf den zupackenden Rock von “Company” oder textlich das Paradies (”Heaven On Earth”) auf irdische, allzu menschliche Träume und Sehnsüchte (”Miss California”). Über allem thront das sich behutsam aufbauende, in der zweiten Hälfte unaufhaltsam steigernde “Indiana”, in dem hinter der berückenden Fragilität eben jenes Feuer lodert, das man längst erloschen glaubte.

Wohlig und warm eingebettet in die herrlich ursprüngliche Produktion vom ebenfalls Grammy-dekorierten Rückkehrer John Shanks zeigt “Fearless Love” mit seinem für Rock ungewöhnlichen Facettenreichtum mustergültig auf, dass die Qualität der Songs zwar das Entscheidende, aber eben nicht alles ist. Obendrauf gehören solche “Kleinigkeiten” wie Intensität und Feuer bei der Umsetzung im Studio, wenn aus einem qualitativ hochwertigen Album einen Meilenstein werden soll. Shanks trommelte für die Aufnahmen eine komplett neue Mannschaft zusammen, was für eine explosiv-relaxte Spannung sorgt, die man mit keinem technischen Trick der Welt erzeugen könnte.

Das Mitwirken von Joss Stone – mit der die damals infolge der Chemotherapie kahlköpfige Melissa bei den Grammy Awards 2005 Janis Joplins “Piece Of My Heart” performte – und Natasha Bedingfield wertet “Fearless Love” natürlich noch zusätzlich auf – nötig hat dieses vor Energie berstende und doch feingliedrige Reifezeugnis eine derartige prominente Schützenhilfe jedoch nicht im geringsten.

 

CD

Titel Fearless Love

Interpret Melissa Etheridge

Label Island/Universal

VÖ 23.04.10

IGNITOR – Underground vom Feinsten!

15. August 2010

Es passiert zum Glück so gut wie nie, aber ganz gefeit ist man ebenfalls nie davor, daß sich ein Interview sozusagen selbst überholt. Tritt der seltene Fall dann doch einmal ein, stellt sich die Frage, wieviel des Inhalts von Band und Artikel davon betroffen sind. Die Situation sah beim Schreiben dieses Artikels jedenfalls so aus: Sängerin Erika und Gitarristin Annah Moore, beide auf “Road Of Bones” zu hören, haben IGNITOR verlassen. Für Annah kam Beverly Barrington, die Ex-Frau von Leadgitarrist Stuart “Batlord” Laurence, zurück. Der Ausstieg von Erika ist aus meiner Sicht auch deshalb bedauerlich, weil sie Texte schrieb, die nicht nur inhaltlich ungewöhnlich waren – sie benutzte Worte, die ich in Songlyrics noch nie gesehen habe. Sie hatte ihren eigenen, durchaus poetischen Stil und zog ihn konsequent durch, auch wenn die Worte schwierig zu singen waren.

“Road Of Bones” ist zwar kein Klassiker geworden, aber allemal ein ein ehrliches Stück Schwermetall mit guten, teilweise (”Castle In The Clouds”, “God Of Vengeance”) sehr guten Songs und noch mehr Underground-Flair. Im übrigen ist ein derart klassisches, meinetwegen auch altmodisches (im Sinne von traditionell und konventionell) Power Metal-Album wie eben “Road Of Bones” in unserer trendverseuchten Zeit schon wieder etwas Besonderes.

Daß seit der EP “Take To The Sky” drei Jahre ins Land gezogen sind, ehe man von IGNITOR wieder etwas hörte, war von Seiten der Band nicht beabsichtigt. Drummer Pat Doyle: “Erst ging uns unsere erste Gitarristin Beverly flöten. Daß sie und unser zweiter Gitarrist Stuart damals mitten in der Scheidung steckten, machte das Ganze nicht gerade einfacher… Wir hätten sie gerne behalten, aber mit beiden zusammen ging es einfach nicht. Wir mußten also erst einen neuen Axeman finden (siehe oben), bevor wir wieder ins Studio gehen konnten, um dieses Album einzuspielen. Ende 2005 waren wir fast soweit, als wir aus Deutschland (vom “Keep It True”-Festival) zurückkamen, aber unter anderem technische Probleme warfen uns ein weiteres Jahr zurück. Die Suche nach einem geeigneten Label dauerte noch einmal 6 Monate. Auf der Businesseite ist es zumindest bis dahin nicht so toll für uns gelaufen. Na ja, dafür lassen uns Cruz del Sur freie Hand. Sie mögen uns so, wie wir sind. Deshalb haben sie uns schließlich unter Vertrag genommen!”

Ungeachtet aller Verzögerungen war der Songfundus, aus dem man den Silberling bestücken konnte, nicht besonders groß, hauptsächlich deshalb, weil alle Mitglieder berufstätig sind. “Wir sind nicht gerade produktiv. Wir schreiben schon eine Menge, aber davon ist vieles nicht so stark, daß daraus komplette Songs werden. Vielleicht ändert sich das in Zukunft. Die Teile sind ja nicht für immer verloren!” Pat ist der Ansicht, daß “Road Of Bones” so gut geworden ist, wie es werden konnte (”Mich darfst du nicht fragen – ich bin nur der Drummer!”). Ihm und Bassist Brendan Bigelow gefällt vor allem der rauhe Sound. Eine Einschränkung machen beide aber doch: “Rückblickend hätte man aus dem Mastering mehr rausholen können. Speziell die Gitarren könnten lauter sein. Aber schließlich haben wir alles selbst gemacht. Dafür und angesichts des Budgets sind wir mit dem Ergebnis vollauf zufrieden.”

Das Artwork von “Road Of Bones” paßt sehr gut zur Musik, sowohl dem Stil als auch der Atmosphäre. Joe Petagno hat sogar den legendären “Motörhead” in das Cover integriert. Brendan dazu: “Joe war sehr großzügig, er hat uns einen Preis gemacht. Für ihn ist die Kohle eh nicht das Entscheidende.” Wie wichtig sind zwei Gitarren für die Band? Und was für ein Typ muß der zweite Mann (bzw. Frau) sein, um mit Stuart zu harmonieren? Brendan versucht die Frage aus der Sicht eines Bassisten zu beantworten: “Von Anfang an gehörten Harmoniegitarren zu unserer Vorstellung von dieser Band. In den Gitarrenteilen sind stets Harmonyparts enthalten. Bei allem, was Batlord schreibt, hat er das im Hinterkopf. Annah spielt ebenfalls sehr melodiös, wie ein zweiter Leadgitarrist. Sie wird in Zukunft mit Sicherheit das eine oder andere Solo übernehmen.” Wie siehst du deinen Job als Bassist? Was tust du, um die Musik zu verbessern? “Nun, ich habe einen Death Metal-Background und versuche, das Schlagzeug und die Gitarren zusammenzubringen. Die Parts, die einzelnen Noten sind oft so schnell, und der Drumbeat dagegen viel langsamer. Meine Aufgabe besteht darin, diese beiden Rhythmen miteinander zu verknüpfen.” Nicko McBrain von MAIDEN meint: “Bassist und Drummer müssen einfach tight zusamenspielen, koste es, was es wolle.” Viele Four-Stringer orientieren sich jedoch am Gesang. Wie ist das bei dir? “Im Heavy Metal ist es für einen Baßmann nie verkehrt, sich nach den Drums zu richten. Ich meine, hör dir nur mal CANNIBAL CORPSE an! Die Gesangskiste, von der du sprichst, findet man eher in der Popmusik. Die BEATLES haben das sehr oft gemacht. Paul McCartney war darin echt groß. Das ist eine tolle Art zu spielen, aber unsere Musik ist so schnell… Kurz gesagt: Ich spiele meistens eine Variation von dem, was die Gitarren spielen, aber im Rhythmus der Drums. Aber ich klebe da nicht dran. Wenn mir etwas einfällt, das mir an einer bestimmten Stelle passend erscheint, spiele ich es natürlich.”

So stark “Road Of Bones” auch sein mag, im Grunde deutet es nur an, wozu IGNITOR Tatsächlich fähig sind. Dennoch war Brendan “immer sehr dankbar für die Musikalität in dieser Band”. Die äußert sich unter anderem in der Ausgewogenheit von Harmonien und Roughness, einer der größten Stärken des Albums. “Dein Statement bestätigt, was ich eben sagte: daß Melodien für unss ehr wichtig sind. Batlord kommt für gewöhnlich mit Songgerüsten an, die dennoch ziemlich ausgefeilt sind.” Was mich ein wenig irritiert: In der zweiten Hälfte steigt die Qialität der CD deutlich an. “Das ist interessant. Vielleicht steckt in den Songs einfach mehr Dynamik. Ich bin aber eigentlich nicht der richtige Mann, um das zu beurteilen.” Er ist halt nur der Bassist…

 Dieses Interview erschien im WAY UP #32

LUCRETIA – Lucretia

15. August 2010

(Futive Records/Brennus)

Auch im Hause Brennus – die hier wohl nur den Vertrieb übernommen haben – ist nicht alles Gold was glänzt: LUCRETIA gehen einem mit ihrer gleichnamigen Debüt-CD spätestens nach 3 Songs einfach nur tierisch auf die Nüsse.

Das französische Quartett hat zwar Potential, doch wie sie dies in Songs umsetzt… Dynamik, Spannung, griffige Melodien? – Nicht vorhanden. LUCRETIA haben meiner Meinung nach das Studio viel zu früh geentert, die 8 Stücke hätten noch weiter reifen müssen. Die englischen Texte? – Dito.

Sänger Jerome Cazard schießt ohnehin den Vogel ab: Ich habe während der gesamten 44 Minuten das Gefühl, der Mann weiß gar nicht, was er da singt, so unbeteiligt klingt sein Vortrag.

Das versetzt dieser trotz aller Unzulänglichkeiten unter besseren Voraussetzungen hoffnungsvollen Band den Todesstoß, weniger die spitze Feder des bösen Kritikers.

Dieses Review erschien im EMPIRE #49 (3/99)