Zum Gedenken an RONNIE JAMES DIO
Sonntag, 04. Juli 2010Ich hatte das große Vergnügen, zweimal mit Ronnie James Dio sprechen zu dürfen: ein Phoner zu “Angy Machines” 1996 (Wen´s interessiert: Das Ergebnis erschien als “Track-by-Track”-Story im LOW RIOT-Fanzine.). Der Hammer war aber unsere erste (und leider einzige) Begegnung beim Konzert in Osnabrück auf der “Strange Highways”-Tour. Ich war interviewmäßig noch verdammt grün und hatte 20 Minuten. Nach einer Weile setzte sich der Tourmanager dazu, um dafür zu sorgen, daß ich ja nicht überzog. Ich hatte den Eindruck, daß er auch ein bißchen auf meine Fragen achtete, aber ich war dank Ronnie, der mir den Eindruck vermittelte, genauso an mir interessiert zu sein wie ich an ihm und mich durch seine respektvolle Behandlung auf Augenhöhe hob, so in Fahrt, daß es mir bums war. Als der Manager unsere Unterhaltung beenden wollte, wehrte Ronnie ab und sagte zu mir: “Wir reden so lange wie du willst.” Am Ende waren es anderthalb Stunden!! Entscheidend war aber dieser Satz von Ronnie: “Haben wir uns schon mal getroffen? Es kommt mir vor, als ob wir uns schon jahrelang kennen würden.” In dem Moment gingen mir die Augen auf, zu was ich in der Lage bin, wenn alles zusammenkommt, wenn alles paßt. Richtig realisiert habe ich das erst Wochen später, als ich von meiner Euphoriewolke halbwegs wieder runter war. Damit hat Dio meine Laufbahn maßgeblich beeinflußt, im Nachhinein stärker als jeder andere Musiker. Das Gespräch mit ihm gehört qualitativ wie auch von der Atmosphäre her bis heute zu meinen absoluten Highlights. Es ist ungekürzt im TROUBADICKS von Markus Wosgien (heute bei Nuclear Blast) nachzulesen.
Diese Begegnung ist mir aber auch und vor allem deshalb in so lebhafter Erinnerung, weil Ronnie James Dio so bodenständig, ja bescheiden auftrat. Ein einzigartiger Musiker. Eine einzigartige Persönlichkeit. Ein einzigartiger Mensch. Danke, Ronnie!