Auf ein Wort!

Oh nein, jetzt treibt sich dieser Spacko auch noch im Netz rum!!! Tut dat Not?!? Aber hallo! Hier gibt es Interviews, Reviews und mehr. Allem gemeinsam: Der ganze Krempel ist komplett von mir! Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muß jeder für sich selbst entscheiden... Was wollt Ihr sonst noch hier sehen? Ideen habe ich reichlich, möchte aber zuerst wissen, was Euch interessiert. Teilt es mir mit, z.B. als Kommentar. Spezielle Fragen zu mir und meiner Arbeit, Lob und Kritik aller Art ("Wie besoffen muß man sein, um so einen Mist zu verzapfen?") - egal was. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt... Haut rein, Ihr Eierbären! Michael P.S. Das Copyright aller Texte auf dieser Seite liegt ausschließlich bei Michael Schübeler.

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REDEMPTION – Die Lektionen des Lebens (HOME OF ROCK-Version)

Irgendwann lernt jeder, was im Leben wirklich zählt. Und damit er das ja nicht wieder vergißt, wird es ihm mit Nachdruck beigebracht; meistens unfreiwillig und noch öfter auf die harte Tour. Das kann z.B. ein plötzlich anfahrender Linksabbieger sein, den man mit 100 auf die Hörner nimmt. Ansonsten greift das Schicksal – bekanntlich fast ebenso [...]

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VIRGIN STEELE – The Black Light Bacchanalia

Dienstag, 24. Mai 2011

(Steamhammer/SPV)

Der Kollege Marco “Zwoter Streich” Margin brachte es im Break Out auf den Punkt: Das Anhören der neuen VIRGIN STEELE macht keinen Spaß. Dabei hatte mir im Gegensatz zu den meisten anderen der Vorgänger “Visions Of Eden” richtig gut gefallen – wenn ich den katastrophalen Drumsound ausblendete. Fürwahr keine leichte Aufgabe! Damals, 2006, war es wohl so, daß auf den Advance-CDs nur ein Rough Mix drauf war und nicht der Sound des Endproduktes, das an den Handel ausgeliefert wurde. Da ich die Vorab-CD nicht besitze, kann ich nicht beurteilen, ob das zutrifft oder nicht. Aber eins weiß ich: Beim neunten VIRGIN STEELE-Silberling “The Black Light Bacchanalia” sind, speziell über Kopfhörer, die Instrumente so weit vom Gesang entfernt, als würden DeFeis´ Mitmusiker im Nebenraum spielen! Wenn David mir dann erzählt, er würde beim Mix besonders strenge Maßstäbe anlegen, paßt da irgendetwas vorne und hinten nicht zusammen. Er kann UNMÖGLICH zufrieden damit sein, wie das neue Album rüberkommt!

Es ist aber nicht nur die Inszenierung, auch die Musik besitzt längst nicht mehr die Durchschlagskraft vergangener Tage. Auf “The Black Light Bacchanalia” gibt es wahre Keyboardwälle und verglichen damit nur ganz wenig Gitarre zu hören. David dazu: “Wie du weißt, komponiere ich auf dem Klavier. Die anderen Musiker setzen anschließend das von mir Verfaßte auf ihren Instrumenten um. Und wenn Gitarren an der Stelle keine Funktion erfüllen, tauchen dort in der Geschichte auch keine auf.” Dagegen ist mir in dem Moment keine schlagfertige Entgegnung eingefallen. Ich war ehrlich gesagt auch ein wenig sprachlos…

Die Intensität hat ebenfalls mächtig gelitten, was in erster Linie auf die übermäßige Verwendung von Selbstzitaten zurückzuführen ist. Auf gut Deutsch: Passagen, die der gute David nicht bereits auf früheren Scheiben gebracht hat, sind verdammt rar gesät. Deshalb kann ich die Aussage des Bandkopfes, “mein derzeitiger Favorit “To Crown Them With Halos” und das Titelstück sind Songs, wie es sie von VIRGIN STEELE noch nie zu hören gab”, nicht nachvollziehen. Ich HÖRE einfach nichts Andersartiges oder Außergewöhnliches! Gerade das zweiteilige “Halos” nervt vielmehr mit häufig wiederholten Parts, die völlig identisch sind und die mit 11 Minuten ohnehin längste VS-Nummer unnötig in die Länge ziehen. Oder “Pagan Heart”: In 6 Minuten schlägt die Spannungskurve kein einziges Mal aus! So oder ähnlich plätschern viele der 76 Minuten dahin. Früher konnte einem ein Output der Amis gar nicht lang genug sein. So ändern sich die Zeiten!

Erst als es um das Konzept und Texte an sich geht, taut der ansonsten ungewohnt reserviert wirkende Sänger auf: “Das neue Album setzt dort an, wo “Visions Of Eden” aufhörte. Dessen Texte drehten sich um Lilith. In “To Crown Them With Halos” schildere ich ihren Tod und löse damit die auf der letzten Platte geknüpften Handlungsstränge auf.” Die Texte des Amerikaners sind bereits seit vielen Jahren im Bereich der – bevorzugt griechischen – Mythologie angesiedelt. Dennoch legt er Wert darauf, daß man sie auf unsere heutige Welt beziehen kann: “Das ist mir in der Tat sehr wichtig. Das übergreifende Thema in meinen Texten ist die Leidenschaft. Und Leidenschaft ist ein zeitloses Gefühl! Überdies bin ich stets bemüht, meine Figuren so menschlich wie möglich darzustellen. Für mich sind sie immer sehr real.” Geschichten aus der Antike passen ja sehr gut zur Musik von VIRGIN STEELE. David: “It seems to go together. Metal hat eine Qualität, die modern und doch altertümlich ist. Deswegen ist er zeitlos. Er läßt diese Art von Bildern in deinem Kopf entstehen; trotzdem müssen die Texte nicht notwendigerweise davon handeln. Für mich beschreiben meine Lyrics das Leben an sich. Die Menschen fühlen und verstehen es.”

Fazit: “The Black Light Bacchanalia” ist allenfalls “VIRGIN STEELE light”. Hiermit ist David DeFeis´ Vorliebe, im Kinoformat zu arbeiten (“Cinemascope sozusagen”), endgültig ins Negative umgeschlagen. David, wenn du dich partout nicht dazu durchringen kannst, einen Produzenten hinzuzuziehen, mach bitte, bitte wenigstens was an den Drums!!

In der vorliegenden Form kann ich dieses Machwerk nur mit starken Einschränkungen empfehlen. Wer dennoch einen Kauf in Erwägung zieht, sollte unbedingt darauf achten, daß er einen einstelligen Preis bezahlt!

P.S.: Zwei wichtige Punkte konnte ich nicht ansprechen, weil sie mir zum Zeitpunkt meines Interviewversuchs nicht bekannt waren:

1. Mit dem richtig geilen “When I´m Silent (The Wind Of Voices)” und “Silent Sorrow” befinden sich die beiden stärksten Tracks auf der Bonus-CD von “The Black Light Bacchanalia” – ich schätze, weil sie mit dem textlichen Konzept nichts zu tun haben. Musikalisch vermitteln sie zumindest einen Anflug des Flairs, einen Hauch der Majestät, für die man VIRGIN STEELE einst so geliebt hat.

2. Edward Pursino ist auf über der Hälfte der 11 regulären Tracks gar nicht zu hören! Dabei wäre das virtuose, phantasievolle Spiel und vor allem das Gefühl eines der am meisten unterschätzten Gitarristen so wichtig gewesen, um diesem Longplayer die notwendige Wärme zu verleihen, damit man ihn buchstäblich ins Herz schließen kann. Stattdessen vergrößert Josh Block mit seinem technisch orientierten Spiel noch die Distanz des Hörers zu dem, was VIRGIN STEELE heute machen. Es sind dieselben Zutaten, aber es berührt einen nur noch ganz selten – und wenn, dann längst nicht so tief wie früher. Auf der gesprochenen History kündigt DeFeis eine DVD an. Vielleicht schaffen VIRGIN STEELE ja damit die Wende zum Besseren?!

Dieses Review erschien im EMPIRE #96

FARMER BOYS – The Other Side

Freitag, 20. Mai 2011

(Nuclear Blast/EWR)

11 Tracks, 46:28 min.

Talentiert waren die FARMER BOYS schon immer. Mit ihrem letzten Streich “The World Is Ours” erreichten die Süddeutschen vor 4 Jahren erstmals über die volle Laufzeit internationalen Standard.

“The Other Side” setzt da locker noch einen drauf. Die Mischung aus Rock, Groove und Synthie-Sounds – Manche nennen das Alternative. Ich nicht. – ist auf dem vierten FARMER BOYS-Album noch besser, nämlich nahezu perfekt gelungen. An den 11 (auf der Erstauflage 14) ungeheuer dynamischen Songs stimmt alles.

Vor allem sind die Jungs einmalig gute Komponisten mit teilweise genialen Ideen. Wie sie unzählige winzige Feinheiten zu einem absolut stimmigen Ganzen verweben und so Hits am laufenden Band produzieren, läßt einen begeistert sabbernd zurück.

Oben drüber singt Matthias Sayer wie ein Gott, klingt bei jedem Stück ein wenig anders. Dabei hilft ihm die  exzellente Produktion, die jede Facette der Musik ins rechte Licht rückt. Kaum zuglauben, daß die Band diesen phantastischen Sound, dem mancher Top-Act sein Leben lang hinterherrennt, selbst gezaubert hat. Glückwunsch, Jungs!

In ihrem Bereich sind die FARMER BOYS ganz klar die beste Band Deutschlands. Mit “The Other Side” brauchen die Stuttgarter aber auch international keinen Vergleich zu scheuen, im Gegenteil

Dem paßt sich die Verpackung an: Das Cover ist wie ein Filmplakat gestaltet. Spitzenklasse!

Dieses Review erschien im METAL OBSESSION #15

PROTOTYPE – Trinity

Mittwoch, 18. Mai 2011

(Massacre/Soulfood)

12 Tracks, 53:39 min.

Ist es nicht erstaunlich/merkwürdig/beängstigend, wie blöd man manchmal ist? Mir ist es z.B. völlig unerklärlich, warum ich als “Profi” nicht nach dem ersten Ton geblickt habe, was für ein Juwel “Trinity” ist.

Vielleicht hätten PROTOTYPE einen anderen Song zum Opener küren sollen, aber den Hauptfehler habe eindeutig ich gemacht: nicht richtig zugehört! Peinlich…

Okay, “Live A Lie” ist zum überwiegenden Teil eher konventioneller Power Metal, dennoch läßt die Band aus L.A. bereits hier ihre Thrash-Vergangenheit aufblitzen (als PSYCHOSIS; einziges Album “Lifeforce” erschien 1992).

Auch aus seiner Liebe zum Prog macht das Quartett keinen Hehl. Pat Magraths verzwicktes Drumming macht süchtig! Technisch hervorragend, erinnert der wunderbar trockene Sound an “No Hope For Humanity…?” von MARAYA. Zu jener sträflich unterbewerteten Truppe aus Florida lassen sich in PROTOTYPES geschmeidig-eleganter Musik ohnehin einige Parallelen finden.

Ab “Pure” erklimmen die Amis dann jedoch qualitative Höhen, bei denen einem Hören und Sehen vergeht, servieren eine Powereisbombe nach der anderen, mit Thrash-Kirschen und Prog-sahne obendrauf.

Besonders faszinierend, wie die vielen Akustikpassagen die Musik genaugenommen noch härter machen. “I Know You” und das vorgenannte “Pure” sind durchzogen, ja durchdrungen davon und knallen trotzdem ohne Ende. Boah!

Das kurze Instrumentalstück “Utopia” ist ein wahrer Ohrenschmaus aus Akustikgitarre und einmal mehr irrwitziger Rhythmik. Beim Titelstück sind dezente NEVERMORE-Anleihen auszumachen, bei “Dead Of Jericho” erinnert der kraftvoll-warme Gesang des in allen Tonlagen souveränen Shouters Vince Levalois an James Hetfield in seinen besten Tagen (lange her!). Der Bursche bei HAMMERFALL – das wär´s!

Als weitere Trümpfe können PROTOTYPE die wunderschönen, dabei stets mit dem nötigen Schmackes versehenen Gitarrenmelodien von Kragen Lum sowie den Punch von Basser Kirk Scherer ins Feld führen. Da kann man nur die Waffen strecken…

Gegenüber der bereits Ende 2002 veröffentlichten Fassung von “Trinity” wurde die deutsche Pressung übrigens um zwei Bonustracks erweitert, die dem schon bärenstarken Rest der Platte in nichts nachstehen. Hier stimmt einfach alles bis zu den durchdachten Texten. Macht BITTE nicht denselben Fehler wie ich und krallt euch diesen Killer!

Dieses Review erschien im METAL OBSESSION #15