Auf ein Wort!

Oh nein, jetzt treibt sich dieser Spacko auch noch im Netz rum!!! Tut dat Not?!? Aber hallo! Hier gibt es Interviews, Reviews und mehr. Allem gemeinsam: Der ganze Krempel ist komplett von mir! Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muß jeder für sich selbst entscheiden... Was wollt Ihr sonst noch hier sehen? Ideen habe ich reichlich, möchte aber zuerst wissen, was Euch interessiert. Teilt es mir mit, z.B. als Kommentar. Spezielle Fragen zu mir und meiner Arbeit, Lob und Kritik aller Art ("Wie besoffen muß man sein, um so einen Mist zu verzapfen?") - egal was. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt... Haut rein, Ihr Eierbären! Michael P.S. Das Copyright aller Texte auf dieser Seite liegt ausschließlich bei Michael Schübeler.

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UFO – You Are Here

(Steamhammer/SPV) 12 Tracks, 53:00 min. Mit „You Are Here“ gelingt es UFO tatsächlich, an ihr zu Recht gefeiertes ´97er Comeback „Walk On Water“ anzuknüpfen. Die neuen Songs liegen auf der gleichen Wellenlänge, versprühen den Geist jenes Klassewerkes und sind wieder wesentlich griffiger ausgefallen als die meisten Stücke auf den letzten beiden Outputs mit Primadonna Michael [...]

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SCORPIONS – Unbreakable

Sonntag, 29. April 2012

(BMG/BMG Ariola)

13 Tracks, 56:36 min.

Ein solides, absolut kaufenswertes Album legen die SCORPIONS mit ihrer aktuellen CD „Unbreakable“ vor. Das war in dieser Form nicht unbedingt zu erwarten. Der letzte echte Kracher aus der Hannoverschen Stahlschmiede liegt satte elf Jahre zurück, nannte sich „Eat The Heat“ und fegte wie ein Orkan aus den Boxen.

„Pure Instinct“ von 1996 kam da vor allem in punkto Intensität bei weitem nicht heran (die vier Balladen auf der Platte trugen daran die Hauptschuld). Mit „Eye II Eye“ (1999) verzettelten sich die einstigen Vorzeigerocker auf der (löblichen!) Suche nach neuen Wegen, um sich hernach mit „Moment Of Glory“ (2000) und „Acoustica“ (2001), auf denen Altbekanntes im Orchester- bzw. Akustikgewand präsentiert wurde, schleunigst wieder auf sicheres Terrain zu begeben.

Somit ist „Unbreakable“ die erste Produktion mit komplett neuem Material seit fünf Jahren. Natürlich sind die 13 neuen Songs maßgeblich von Routine geprägt. Davon besitzen die SCORPS mehr als 99,9 % aller Bands dieses Planeten. Aber dahinter ist wieder ein Hauch des früheren, verloren geglaubten Spirits zu spüren.

Der Breitwand-Opener „New Generation“ mit seinem Kinderchor am Ende ist interessant, auch die Lyrics von Klaus Meine gefallen mir. Die Glanzpunkte setzen jedoch andere Titel: die bewußt schlicht gehaltene Goodtime-Nummer „Blood Too Hot“ und der Jabs-Fetzer „This Time“, beides handfeste Rocker, wie wir sie in den letzten Jahren schmerzlich vermißten. Oder der kommende Bühnenfeger „Someday Is Now“. Oder „Through My Eyes“, das für meinen Geschmack am stärksten das typische, packende SCORPIONS-Flair versprüht. Nicht zu vergessen das zunächst eher unauffällige „Can You Feel It“ mit dezent modernen Einflüssen und Talkbox.

Ein paar schwächere Titel wie „My City My Town“ oder „Borderline“ sorgen für Abzüge in der B-Note, besitzen aber immer noch genug Drive, um nicht entnervt die Skip-Taste zu betätigen.

Als einziger echter Ausfall muß die bereits von Gottschalks „50 Jahre Rock“-Show bekannte Pseudohymne „Remember The Good Times“ bezeichnet werden, da sie trotz prominenter Schützenhilfe von Eric Bazilian (HOOTERS) konstruiert klingt und nicht richtig aus dem Quark kommt (Bloß keinem wehtun, was?). Wenn man sich vor Augen hält, was für Hammersongs der Mann für seine Band oder für AMANDA MARSHALL geschrieben hat, ist dieses Liedchen als klarer Ausrutscher zu werten.

Nicht ganz nachvollziehen kann ich übrigens, daß sich in fast jedem Review über „Maybe I Maybe You“ mokiert wird. „Holiday“ oder „When The Smoke Is Going Down“ waren Balladen der gleichen Art und Instrumentierung, kamen textlich ebenfalls ähnlich naiv daher, und keiner hat sich dran gestört. Außerdem zeigt gerade dieses Stück, daß Klaus Meine nach wie vor ein verdammt ausdrucksstarker Sänger ist. Und besser als die zweite, arg konventionelle Ballade „She Said“ ist es auch!

Vom sterilen „Savage Amusement“ (1988), dem Tiefpunkt unter ihren klassischen Hardrock-Alben (die Band bzw. ihr Produzent Dieter Dierks versuchte damals, ihr/sein eigenes „Hysteria“ zusammenzuwürgen. Das Ergebnis war katastrophal: Das Ding ist eiskalt, einfach UNERTRÄGLICH!!!), ist „Unbreakable“ zum Glück meilenweit entfernt.

Rudolf Schenker und seine Jungs sind in der Tat unverwüstlich und endlich wieder auf dem richtigen Weg. Und auch wenn ein Schädelspalter der Marke „Alien Nation“ fehlt: In dieser Form können die SCORPIONS optimistisch in die Zukunft blicken.

Dieses Review erschien im METAL OBSESSION #16

RIK EMMETT – Good Faith

Samstag, 14. April 2012

(Rockit Records)

11 Tracks, 43:27 min.

Seit Beginn seiner Solokarriere 1990 hat sich Rik Emmett kontinuierlich vom Hardrock TRIUMPHscher Prägung wegentwickelt. Auf seinem bis dato letzten Werk „Good Faith“ von 2003 – an die CDs des Kanadiers ist in Europa nicht ganz einfach dranzukommen – präsentiert sich der „Singer, Songwriter, Storyteller“ so entspannt wie noch nie.

Das deutet sich bereits dadurch an, daß in dieser Aufzählung der früher für das Schaffen dieses phänomenalen Musikers so prägende Begriff „Guitarist“ fehlt. Ein weiterer Hinweis sind die Fotos auf dem Backcover und im Tray: Nur sehr wenig E-Gitarre; dafür schmeicheln sich umso mehr akustische Klänge ins Ohr.

Paradoxerweise zeigt sich gerade in diesem Umstand die ganze Klasse der 11 Songs und ihres Schöpfers. Mit der Leichtigkeit eines in sich ruhenden Menschen spannt Emmett einen vibrierenden Bogen von lebensfrohem Calypso mit allem Drum und Dran („Unconditional Love“) bis hin zu Countryeinflüssen („Two Hearts“).

Buchstäblich spielerisch gelingt es ihm, seine Musik spannend zu gestalten, selbst (oder gerade?) bei der sparsamsten Instrumentierung. Man höre etwa „Wicked Miss“, “Butterfly Lullaby“ und „Beacon Street Hotel“ – die kommen geradezu lässig rüber. Letztgenanntes Stück verströmt übrigens ein ähnliches Flair wie „Suitcase Blues“ von „Just A Game“ (25 Jahre her!!!). Parallelen zu TRIUMPH sind also doch vorhanden, wenn auch zu deren experimentelleren Sachen.

Interessenten möchte ich „Spare Change“, in das die einzige härtere Passage des ganzen Albums brillant eingeflochen wurde, sowie das mit SANTANA-artigen Gitarrenlicks auftrumpfende „Way Back Home“ empfehlen. Der eigentliche Clou bei diesem Track ist freilich die Flöte: Sie klingt einfach himmlisch, als käme sie aus anderen Sphären, als wäre sie von Lili Liebreiz persönlich eingespielt worden. Stimmt nicht ganz; es war Riks Tochter Shannon… Das Gefühl scheint sie von ihrem Daddy geerbt zu haben. Super!

Über allem thront Rik Emmetts charakteristische Stimme, mal stark, mal verletzlich. Die TRIUMPH-Fans werden zuerst aufheulen, sich schwer tun, die spröde Schönheit eines „Moment Of Truth“ oder „Ask“ zu erfassen, aber das ändert nichts daran, daß „Good Faith“ ein Füllhorn exquisiter, seelenvoller Musik ist. Ein 43 Minuten langer Streifzug durch die faszinierende Welt des Rik Emmett, ein akustisches Abenteuer für Genießer!

Dieses Review erschien im METAL OBSESSION #16

 

WILD HORSES – Dead Ahead

Mittwoch, 11. April 2012

(Z Records)

11 Tracks, 46:17 min.

Die „wilden Pferde“ galoppieren wieder! Nach 12 Jahren bringen WILD HORSES ihr zweites Album heraus. Auf „Dead Ahead“ gelingt es ihnen tatsächlich weitgehend, den Spirit ihres Debüts „Bareback“ einzufangen. Damals verhinderte die aufkommende Grungewelle einen möglichen Erfolg.

Egal, das war gestern. Heute stehen die Chancen zumindest nicht schlechter. Die Musik ist vielleicht nicht ganz so knackig, aber doch wahlweise rauh oder relaxt, vielseitiger und mit nicht ganz so flachen Texten.

Die Sache hat nur einen Haken: Bei fast allen Songs denkt man: „Gut – könnte aber noch besser sein!“ Dieses unterschwellig schwelende Gefühl verstärkt sich mit der Zeit, irgendwann wird Mißmut draus… Nicht gerade eine solide Basis für Erfolg!

Das ist vielleicht ein bißchen hart ausgedrückt; immerhin ist der AEROSMITH meets COMPANY OF WOLVES angelehnte Stil im satten, vollen Sound überaus angenehm zu hören, aber eben bis auf (zu) wenige Ausnahmen („Rebel Road“, „Ride On“, „California Freedom“, „Vancouver Mover“) nicht überragend, nicht so, daß man vor Begeisterung vom Stuhl aufspringt. Höchstens, weil Sänger John Lavesque (SHOUT) mehr nach Steven Tyler kilngt als dieser selbst…

Aber zieht man sich solche Platten nicht manchmal öfter rein als die echten Knallerscheiben? Und genau das werde ich jetzt auch tun! Und spricht das nicht wiederum für die Langlebigkeit von „Dead Ahead“? Also am besten einfach mal reinhören, okay?

Objektiv betrachtet ist diese Scheibe aber nur als knapp überdurchschnittlich zu bewerten, weil der qualitative Abstand zwischen dem Höhepunkt „Rebel Road“ und etwa „Can´t Get By“ einfach zu groß ist.

Dieses Review erschien im METAL OBSESSION #16