11. April 2012
(Z Records)
11 Tracks, 46:17 min.
Die „wilden Pferde“ galoppieren wieder! Nach 12 Jahren bringen WILD HORSES ihr zweites Album heraus. Auf „Dead Ahead“ gelingt es ihnen tatsächlich weitgehend, den Spirit ihres Debüts „Bareback“ einzufangen. Damals verhinderte die aufkommende Grungewelle einen möglichen Erfolg.
Egal, das war gestern. Heute stehen die Chancen zumindest nicht schlechter. Die Musik ist vielleicht nicht ganz so knackig, aber doch wahlweise rauh oder relaxt, vielseitiger und mit nicht ganz so flachen Texten.
Die Sache hat nur einen Haken: Bei fast allen Songs denkt man: „Gut – könnte aber noch besser sein!“ Dieses unterschwellig schwelende Gefühl verstärkt sich mit der Zeit, irgendwann wird Mißmut draus… Nicht gerade eine solide Basis für Erfolg!
Das ist vielleicht ein bißchen hart ausgedrückt; immerhin ist der AEROSMITH meets COMPANY OF WOLVES angelehnte Stil im satten, vollen Sound überaus angenehm zu hören, aber eben bis auf (zu) wenige Ausnahmen („Rebel Road“, „Ride On“, „California Freedom“, „Vancouver Mover“) nicht überragend, nicht so, daß man vor Begeisterung vom Stuhl aufspringt. Höchstens, weil Sänger John Lavesque (SHOUT) mehr nach Steven Tyler kilngt als dieser selbst…
Aber zieht man sich solche Platten nicht manchmal öfter rein als die echten Knallerscheiben? Und genau das werde ich jetzt auch tun! Und spricht das nicht wiederum für die Langlebigkeit von „Dead Ahead“? Also am besten einfach mal reinhören, okay?
Objektiv betrachtet ist diese Scheibe aber nur als knapp überdurchschnittlich zu bewerten, weil der qualitative Abstand zwischen dem Höhepunkt „Rebel Road“ und etwa „Can´t Get By“ einfach zu groß ist.
Dieses Review erschien im METAL OBSESSION #16
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09. April 2012
(Atenzia/Al!ve)
12 Tracks, 51:11 min.
Tommy Denander muß aufgrund der stets hohen Qualität seiner zahlreichen Betätigungsfelder mittlerweile als DIE treibende Kraft im modernen Melodic Rock bezeichnet werden. Auch SPIN GALLERY profitieren gewaltig von der kompositorischen Brillanz ihres bekannten Landsmannes – und von seinen flinken Fingern, sowohl auf den sechs Saiten als auch an den Knöpfen des Soundboards.
Denanders Einfluß ist somit unverkennbar, dennoch ist es SPIN GALLERY auf Anhieb gelungen, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Beeindruckend dabei, wie sicher und souverän das Trio mit Versatzstücken des Genres bis hin zum Klischee spielt, sie in die Luft wirft, durcheinanderwirbelt und immer wieder anders zusammensetzt.
Das Ergebnis klingt zwar nicht neu, sondern typisch schwedisch (in etwa die melodische Eleganz des Labelkollegen JIM JIDHED gepaart mit der Fröhlichkeit von GRAND ILLUSION). Und doch tönt die Chose irgendwie anders, zumindest in Nuancen. Ob das daran liegt, daß der Kern von SPIN GALLERY aus gleich drei (!) Sängern besteht?
Stilistisch macht der (gewollte!) Schwerpunkt „Vocals“ indes kaum einen Unterschied; die Musik ist nahezu gleichberechtigt, nicht bloß schmückendes Beiwerk. Die ausgefeilten, superharmonischen Satzgesänge kommen dank der glasklaren Produktion glänzend zur Geltung, klingen dabei jedoch nicht kalt, sondern im Gegenteil herzerwärmend – meiner Ansicht nach der größte Pluspunkt dieser feinen Scheibe. Als Beleg seien exemplarisch das betörende „My Heart“ und das TOTO-artige „I Still Recall“ genannt.
Vergleichbaren Produkten wie etwa der neuen GRAND ILLUSION würde ich „Standing Tall“ auf jeden Fall vorziehen.
Dieses Review erschien im METAL OBSESSION #16
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07. April 2012
(Goimusic)
8 Tracks, 44:40 min.
Meines Wissens bislang nicht in Deutschland veröffentlicht ist „Secrets Of The Elder“ von LORIEN. Wenn ich mir die 8 Tracks so anhöre, wird das wohl auch so bleiben. Die Musiker verstehen ihr Fach, das ist das kleinste Problem. Schade, daß sich die 5 Spanier – aus denen inzwischen ein Sextett geworden ist – beim Komponieren weit weniger versiert zeigen.
LORIEN sind offensichtlich große BLIND GUARDIAN-Fans. Dagegen wäre ja nichts einzuwenden, wenn sie es bei bloßen Huldigungen belassen würden. Doch das genügt den Spaniern nicht, sie bringen ihren Idolen auch noch Opfer dar. Aber mußte ausgerechnet die Eigenständigkeit auf dem Altar landen? War das nötig? LORIEN geben sich freiwillig und ohne Not mit der Zweiten Liga zufrieden. Warum?
Zum Nebenbeihören ist „Secrets Of The Elder“ ja ganz brauchbar. Bei konzentriertem Lauschen stellt sich allerdings spätestens nach der Hälfte der 45 Minuten gepflegte Langeweile ein.
Wem BLIND GUARDIAN mittlerweile zu perfekt klingen, der kann ja mal „Don´t Be Afraid“ antesten. Für mich das aufregendste Stück auf dieser Scheibe und wenigstens mit dem Hauch einer persönlichen Note. Musik, Texte (Artus, Merlin, Avalon und Co.), selbst das Cover – alles nur ein Aufguß sattsam bekannter Klischees. Mit ihrer Begeisterung reißen die Jungs zwar noch ein bißchen was raus, aber gegen ihre deutschen Namensvetter können LORIEN qualitativ in keinster Weise anstinken.
Dieses Review erschien im METAL OBSESSION #13
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